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GEBURTSTAG: Eine Legende wird 95

Filme wie »Manche mögen's heiß«, »Irma La Douce« oder »Zeugin der Anklage« machten ihn weltberühmt. Heute feiert Billy Wilder seinen 95. Geburtstag.

Dieser Gag könnte gut von Billy Wilder selbst erfunden und in Szene gesetzt worden sein: Da liegen seit vielen Jahren in allen Redaktionen auf dem Globus die ausgefeilten Nachrufe auf einen legendären Filmregisseur bereit. Doch Jahr ums Jahr melden sich die Schreiber in Pension oder gar auf den Friedhof ab, derweil der, dem ihre Mühe galt, einfach weiter und weiter lebt. Und weil das gar kein Gag, sondern Realität ist, wird der sechsfache Oscar-Gewinner Billy Wilder am 22. Juni 95 Jahre alt - ein Mythos schon zu Lebzeiten.

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»Nobody is perfect« lautet der berühmte Dialogsatz am Ende der unvergänglichen Kinokomödie »Manche mögen?s heiß«. Doch zumindest auf den Schöpfer dieses und vieler anderer Filme trifft das nicht zu. Denn in seinem Metier war der Drehbuchautor und Regisseur Billy Wilder von jener Perfektion, die ihn zu einem Großen der Filmgeschichte gemacht haben. Wilder hat Werke für die Leinwand geschaffen, deren Qualität, Esprit und Beliebtheit ihresgleichen suchen.

Ob der düstere Thriller »Frau ohne Gewissen«, ob die kritische Auseinandersetzung mit der Traumfabrik, »Boulevard der Dämmerung«, das verblüffend endende Gerichtsdrama »Zeugin der Anklage« oder die hintergründige Melodramkomödie »Das Appartement« - sie alle tragen das Markenzeichen eines Filmbesessenen. Der kleine Mann mit dem charakteristischen Hut hat sein Publikum nie gelangweilt, sondern immer glänzend und selten unter Niveau unterhalten. Vom heutigen Hollywood-Betrieb hat er deshalb keine gute Meinung: »Alle reden nur übers Geschäft. Sie sind nicht mehr vom Zelluloid besessen.«

Geboren wurde Wilder, dessen Vorname eigentlich Samuel ist, 1906 in der kleinen galizischen Stadt Sucha, die damals zur Donaumonarchie gehörte. 1914 zog die jüdische Familie nach Wien. Dort machte Wilder 1924 sein Abitur, dem ein nur dreimonatiges Gastspiel an der Universität folgte. Denn bereits 18-jährig wurde der sport- und jazzbegeisterte Jüngling Zeitungsreporter. 1926 kam das journalistische Naturtalent nach Berlin, wo er die nächsten sieben Jahre blieb. Wilder schlug sich als freier Mitarbeiter verschiedener Zeitungen durch, oft genug mit hungrigem Magen.

Im legendären Literatentreff »Romanisches Cafe« lernte Wilder Berühmtheiten der Filmszene kennen wie zum Beispiel Carl Mayer, damals der bekannteste Autor des deutschen Films. Schon bald schrieb auch der Wahlberliner Drehbücher. Bereits sein zweiter Skript machte ihn berühmt: »Menschen am Sonntag«, die erste Regieleistung Robert Siodmaks. Beteiligt war auch Wilders Wiener Schulfreund Fred Zinnemann, der ebenfalls später in Hollywood erfolgreich wurde. »Menschen am Sonntag« - ein fast dokumentarischer Film vom Leben in der Großstadt Berlin - wurde ein unverhoffter Publikumserfolg und Wilder ein gefragter Mann.

Eine Flut von späten Ehrungen der alten Heimat

Doch mit der Machtergreifung der Nazis war für den ungläubigen Juden kein Platz mehr in Deutschland. Am Tag nach dem Reichstagsbrand verließ Wilder Berlin und gelangte über Paris im Januar 1934 in die USA - ohne Rückfahrkarte. Er rettete damit sein Leben: Mutter Großmutter und der Stiefvater endeten in den Gaskammern von Auschwitz. Harte Jahre folgten, bis der inzwischen 30-jährige Emigrant von Paramount für 250 Dollar die Woche als fest angestellter Schreiber verpflichtet wurde. Bald kam Wilder in Kontakt mit zwei ganz großen Könnern: mit Ernst Lubitsch, dem genialen Komödienregisseur, sowie mit dem Drehbuchautor Charles Brackett.

Brackett war 14 Jahre älter und sehr viel konservativer als Wilder, doch die beiden wurden mehr als zwölf produktive Jahre lang ein glanzvolles Drehbuchteam, das für Lubitsch die Klassiker »Blaubarts achte Frau« (1938) und »Ninotschka« (1939) verfasste. Wilders Ehrgeiz indessen ging weiter, er wollte nun selbst Regie führen. Und die Studios gaben ihm die Chance. Bereits seine dritte Inszenierung bescherte der Nachwelt einen legendären Thriller der Schwarzen Serie, zugleich ein künstlerischer Triumph für Wilder: »Frau ohne Gewissen«.

Das Drehbuch zu diesem Meisterwerk schrieb Wilder zusammen mit Raymond Chandler, Schöpfer des unvergänglichen Privatdetektivs Philip Marlowe. Schon die nächste Arbeit bescherte Wilder den ersten Oscar-Triumph: »The Lost Week-End« - die Geschichte eines Alkoholikers, der seine Sucht bekämpft - wurde 1945 zum besten Film des Jahres gekürt. Die Auszeichnungen der amerikanischen Filmakademie für Drehbuch und Regie gingen an den jüdischen Emigranten mit dem harten deutschen Akzent österreichischer Färbung. Was folgte, waren Jahre künstlerischer und kommerzieller Erfolge, die Arbeit mit den größten Stars und weitere Oscars.

Aus erster Ehe hat Wilder eine Tochter, mit der zweiten Frau Audrey ist er seit 1949 zusammen. 1993 war er noch einmal in Berlin, um den Goldenen Bär der Berlinale für sein Lebenswerk zu erhalten. In Deutschland und Österreich sind ihm höchste Orden verliehen worden, Wien hat den greisen Filmemacher noch im Oktober 2000 zum Ehrenbürger ernannt. Das sind späte, zu späte Wiedergutmachungen an einem König der Traumfabrik, der sein Reich leider erst in Übersee erwerben konnte. Seit vielen Jahren schaut der unerschöpfliche Witzbold bei den Todesanzeigen, ob sein Name dabei ist. Möge er noch lange nicht fündig werden.

Wolfgang Hübner, ap

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(