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"Auf der Flucht": Hellmuth Karasek erzählt sein wechselvolles Leben

Mit dem "Literarischen Quartett" wurde er einem Millionenpublikum bekannt. Jetzt legt der Theater- und Literaturkritiker Hellmuth Karasek seine Autobiografie vor.

Er hat jahrzehntelang über Theater und Filme kritisch berichtet, ein viel beachtetes Buch über Billy Wilder sowie Romane und Theaterstücke geschrieben und zwischendurch mal mit Marlene Dietrich telefoniert, mit Günter Grass Schnaps getrunken oder Woody Allen besucht. Im "Literarischen Quartett" hat er mit Marcel Reich-Ranicki und Sigrid Löffler die kritischen Klingen der Literaturkritik gekreuzt. Jetzt hat der inzwischen 70-jährige "Medienhase" der alten Bundesrepublik Hellmuth Karasek sein wechselvolles Leben aufgeschrieben. Dabei erstaunt, an wie viele Einzelheiten seiner Kindheit und Jugend Karasek noch detaillierte Erinnerungen hat.

Der Titel "Auf der Flucht" verweist in erster Linie auf die abenteuerliche Flucht seiner Familie in den Nachkriegswirren von Mähren über Ostdeutschland bis zum Studentenleben in Tübingen, bevor ihn die beruflichen Wege nach Stuttgart und Hamburg führen, wo er seine journalistische Karriere als langjähriger Kulturredakteur in der "Zeit" und im "Spiegel" krönen sollte. Bis vor kurzem war er noch Mitherausgeber des Berliner "Tagesspiegels".

"Lärmender Teilhaber dieser Welt"

Warum er wurde, was er ist, bekennt der Autor mitten in seinen die Zeiten und Orte immer wieder sprunghaft wechselnden Erinnerungen: "Ich wollte Journalist werden, natürlich auch, um die Großen dieser Welt zu interviewen, sprechen, kritisieren und bewundern zu können, als Teilhaber ihrer Welt; nicht als stiller Teilhaber, sondern als lärmender." Er wollte aber nicht nur "seriöser Kritiker" sein, wie der Liebhaber von Johann Nestroy und Karl Valentin bekennt, sondern seinem Naturell entsprechend auch mal "Spaßmacher" und ist dafür nach eigenen Worten "nicht nur gelegentlich böse auf die Schnauze gefallen". Offen bekennt Karasek, dass er sich auch an "Klatsch und Tratsch" erfreute, wovon das Buch erstaunlich weiträumig Zeugnis ablegt.

22 Jahre beim "Spiegel"

Autobiografische Elemente tauchten bei Karasek schon in seinem Buch "Go West!" (1996) über die 50er Jahre auf, abgesehen von seinem heftig umstrittenen Roman "Das Magazin" von 1998 über das intrigante Innenleben eines Hamburger Nachrichtenmagazins. Über den inzwischen verstorbenen "Spiegel"-Chef Rudolf Augstein, für dessen Magazin er immerhin 22 Jahre lang bis 1996 auch in verantwortlicher Position arbeitete, bis seine zahlreichen Nebentätigkeiten dem Blatt ein Dorn im Auge wurden, stellt sich Karasek die Frage: "Waren wir Freunde? Wir taten eine lange Zeit wenigstens so als ob. Später höchstens im Sinne von Brechts 'Puntila und sein Knecht Matti'. Ich war Lohnabhängiger." Jedenfalls war Augstein eine Zeit lang sein "klügster Freund", ergänzt Karasek. Aber "Herr und Knecht können nur auf sehr verzwickte Weise Freunde sein".

Über Martin Walser lässt sich Karasek in fast neidischem Ton über dessen Privatleben aus, wenn er schreibt, dass sich der Schriftsteller "seine libidinöse Welt an den Bodensee" holte, "wo Bewunderinnen in Gestalt von Studentinnen, Rundfunkredakteurinnen, Literatur-Groupies, kurzum: potenzielle Anbeterinnen in sein Haus kamen, aufgenommen wurden" und die sich "in aufregende, weil verquer heimliche Beziehungen mit ihm einließen".

Entsorgte Vergangenheit

Nach vielen turbulenten Stationen seines Lebens, beruflich wie privat, zieht der "Tausendsassa" in vielen Medien und auf vielen gesellschaftlichen Parkettflächen nüchtern-selbstkritisch Bilanz: "Je mehr mit zunehmendem Alter die Einsicht wächst, dass man wenig Grund zum Stolz hat, umso eitler wird man." Und manches landet auch auf dem Müll, bei Umzügen zum Beispiel, "Theater-Programmhefte im Zentnergewicht, alle von Vorstellungen, die ich gesehen hatte", manche davon, die er auch "gemacht" (gestaltet, wie man sagte), hatte, als Dramaturg am Theater.

Und noch viel später wurde ihm auch die Frage gestellt, die sich der Kritiker im hohen Alter wohl auch selber stellt - ob es ihn nicht bedrückt, dass er mit seiner Teilnahme am "Literarischen Quartett" auf einmal einen höheren Bekanntheits- und Aufmerksamkeitsgrad erreichte als mit seinen jahrzehntelangen Arbeiten als Theater- und Literaturkritiker. "Es ist eine Frage nach der Gerechtigkeit der Welt der Kultur, die Unsereiner immer wieder stellt", meint Karasek gegen Ende seiner Memoiren, die letztendlich, nimmt man alles nur in allem, dann doch nicht so ergiebig geraten sind wie die von seinem Kollegen Fritz J. Raddatz.

Wilfried Mommert/DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(