HOME

Kinostart "Otto's Eleven": Hollarahitiiiiii!

Susi Sorglos ist nicht dabei, dafür Harry Hirsch im Doppelpack. Otto Waalkes ist in seinem neuen Film ganz der Alte. Der Humor funktioniert auch Jahrzehnte nach der ersten Otto-Show. Warum eigentlich?

Hollarahitiiiiii! Es gibt einen neuen Film mit Otto Waalkes, dem mittlerweile 62 Jahre alten Friesenjungen. "Otto's Eleven" ist keine Fortsetzung der "7 Zwerge"-Märchen, sondern eine Ganovenparodie. Sie spielt wie "Ocean's Eleven" in einem Casino. Das war's auch schon mit den Ähnlichkeiten mit Hollywood. Wo Otto draufsteht, ist auch Otto drin: eine 90 Minuten lange Filmklamotte, bevorzugt in Begleitung von Kindern anzuschauen, die mit Bauchmuskelkater und im Otto-Känguru-Hüpfgang das Kino verlassen werden.

Erwachsene werden darüber nachdenken, warum Ottos Humor immer noch zieht: weil er sein Handwerk versteht und auf Bewährtes setzt. Wie im allerersten, sensationell erfolgreichen Waalkes-Film von 1985 ist wieder Silberlocke Sky du Mont dabei. Außerdem versammelt Regisseur Sven Unterwaldt ("7 Zwerge") Komiker der ersten Riege: Olli Dittrich als berühmter Reporter Harry Hirsch, Rick Kavanian als Koch und Mirco Nontschew als dämlicher Möchtegern-Bodybuilder im "Muscle Toff"-Hemd.

Neuentdeckungen sind der schlaksige Arnd Schimkat als Computernerd und Max Giermann, der viel Platz für seine Stefan-Raab-Parodie bekommt und an Jim Carrey erinnert. "Germany's Next Topmodel" Sara Nuru spielt in ihrem Filmdebüt eine Casino-Angestellte. Die Kulisse ist cartoonhaft und stilisiert. Auf der Straße parken Oldtimer, die Computer sind modern.

Und ja, eine Handlung gibt es auch. Otto wohnt als Künstler mit Freunden auf der märchenhaften Mini-Insel "Spiegeleiland" in der Nordsee: "Ich bin Watt-Maler und brauche die Transpiration." Die fünf Insulaner drehen einen Film, um den Tourismus anzukurbeln. Ein durchtriebener Casino-Besitzer (du Mont) entdeckt darin ein kostbares Gemälde in Ottos Hütte, fährt mit seiner Assistentin zur Insel und luchst dem Maler das Bild ab. Daraufhin beschließen die fünf Freunde, dass "Schluss mit frustig" ist, reisen übers Meer und planen einen Coup, um das Gemälde aus dem Casino-Tresor in Bad Reibach zurück zu holen.

Gedreht wurde in Berlin, Potsdam und an den glamourösen Spieltischen von Baden-Baden. Der Humor mischt Neues und Altes: Einmal führt Otto seinen Kartenspiel-Klassiker vor ("und ärgern, und ärgern"). Oder er wird mit nackten Tatsachen konfrontiert: "Ständer...Ständig mal ich Akte", stammelt er. "Akt bei Nacht und Nabel ... Akt bei Nackt und Nippel ... Nebel, Nebel!".

Regisseur Unterwaldt hatte einen Film für die ganze Familie im Kopf. Es ist eine altmodische Komödie mit Anleihen aus Klassikern geworden: nicht schlecht, wie Otto und Olli Dittrich als zwei Harry Hirsche die legendäre Spiegelszene der Marx-Brothers imitieren. Hunde kläffen, Türen donnern an Köpfe, Slapstick und Verwechslungen reihen sich aneinander. "Unser Gott ist Billy Wilder!", erklärt Unterwaldt in den Produktionsnotizen. Wilder bleibt natürlich unerreicht. Für einen launigen Familienabend reicht "Otto's Eleven" allemal.

Caroline Bock, DPA / DPA