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Medienkolumne: Alles Jauch - oder was?

Passen lieblose Trash-Formate wie "Erwachsen auf Probe" und eine journalistische Allzweckwaffe wie Günther Jauch in ein Programmschema? stern.de-Kolumnist Bernd Gäbler fühlt der RTL-Programmstrategie auf den Zahn - und attestiert dem Kölner Sender einen Kreativitätsstau.


Krise. Tief durch die Krise waten zur Zeit alle Branchen, vor allem diejenigen, die von Werbung abhängen. Das privatwirtschaftlich organisierte Fernsehen ist das Medium für reichweitenstarke Werbung. Der tiefere ökonomische Sinn seines Programms liegt darin, der Werbewirtschaft zahlreiches und zielgruppengenaues Publikum zuzuführen. Jetzt rechnet selbst der Branchenprimus RTL bei den Werbeeinnahmen mit Einbußen von bis zu 20 Prozent. Auch ohne Ökonom zu sein, reicht die Phantasie aus, um zu ahnen, dass dies nicht allein mit ein paar Sparmaßnahmen hier und günstigeren Kalkulationen dort zu bewältigen ist. Das Programmangebot selbst wird von der Krise betroffen sein. Da gilt es, den Markenkern zu profilieren, das Angebot auf Highlights zu konzentrieren und alles daran zu setzen, nicht unter der Hand zum Billigheimer zu mutieren.

So formulieren aktuell viele Führungskräfte ihre Unternehmensstrategie. Welche Antworten wird RTL finden? In den nächsten Tagen wird RTL-Chefin Anke Schäferkordt der werbetreibenden Industrie mit einigem Tamtam und starken Worten ihr Programmangebot für das nächste Jahr vorstellen. Aus den Beobachtungen der letzten Wochen und Monate ergeben sich aber Fragen, die spätestens dann beantwortet werden müssten.
1. Was ist in Zukunft der Kern des RTL-Profils?
2. Wir wissen, was das Program in der Fläche ausmacht, aber welche Highlights sind geplant?
3. Will der Sender in Zukunft Ausreißer nach unten vermeiden oder damit spielen?

Was ist in Zukunft der Kern des RTL-Profils?

In den Anfangstagen wollte RTL-Chef Helmut Thoma vor allem Krawall machen und hat sich stets köstlich darüber amüsiert, wenn alle bereitwillig über die Stöckchen der Empörung sprangen, die er hinhielt. Mit dieser Strategie konnte er sich auf angestaute Sehbedürfnisse stützen und so tun als betreibe nur er ein Fernsehen für Zuschauer. Es entstanden Serien ("GZSZ"), gute Sport-Verträge (Formel 1), die ersten Talk-Shows und ein paar RTL prägende neue TV-Gesichter.

Schon sein Nachfolger

Gerhard Zeiler

verglich RTL lieber mit einer "Familienkarosse". "Ich bin

mainstream

" pflegte er selbstbewusst zu verkünden, schuf immer wieder überraschende Höhepunkte, neue Show-Ideen, jähe "Event"-Erfolge vom "Domino-Day" bis hin zu selbst produzierten Spielfilm-Highlights. Es entstand sogar so etwas wie eine eigene RTL-Handschrift bei populären Sitcoms und Serien ("Ritas Welt", "Mein Leben und ich"), eine neue Ästhetik des elektronischen Volkstheaters. Hinzu kamen eine solide Basis von Boulevard-Magazinen an Vorabend und Wochenende, der Einkauf von

"Wer wird Millionär?"

mit dem unermüdlich-sympathischen

Günther Jauch

, eine eigene Funktionsweise von "Information" mit den "Punkt"-Magazinen und Aufreger wie "Big Brother".

Anke Schäferkordt führte die bereits erfolgreiche Strategie erfolgreich fort. Eine etwas größere Rolle spielen dabei US-Serien - nicht selten sind es gerade die komplizierteren ("Dr.House", "Monk"), allerlei CSI-Erfolge und einige dem Krisengefühl angemessene Help- und Interventions-Sendungen wie "Raus aus den Schulden", "Rach, der Restauranttester". Erfolgreich blickt die "Supernanny" in die Abgründe überforderter Familien. Das „Dschungelcamp“ ersetzte "Big Brother". "DSDS" wurde zum soliden Quotenbringer. Ein Show-Highlight waren jene Show- und Quiz-Sendungen wie der große Tanzwettbewerb, bei dem sich zwar Heide Simonis, nicht aber RTL blamierte und "Der große Deutschtest", in dem Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff Seit' an Seit' mit Yvonne Catterfeld den Deutschen bürgerliche Tugenden beizubringen trachtete. Diese unterhaltsame Wendung ins Erzieherische passte wunderbar zum seriös-ironischen Hape Kerkeling, der noch einmal einen neuen TV-Höhenflug erlebte. Und es passte zu einem Sender RTL, der erwachsen geworden war.

Was aber ist davon geblieben? Der ewige Jauch - sicher eine Allzweckwaffe. Der seriöse Kloeppel - sicher ein Image-Pluspunkt. Eingespart wird das "Dschungelcamp" - dieser Verlust ist zu verschmerzen. Wie aber steht es um die eigenen und einstigen Produktionen von UFA und Sony, von Sitcoms und großen TV-Filmen? Das Flair, die Spezifik eines RTL-Programms, wie sie außer Jauch und Kloeppel auch Mariele Millowitsch und Hape Kerkeling verkörperten – wo ist sie hin? Wo soll sie in Zukunft angesiedelt sein? Peter Zwegat und Kathrin Saalfrank allein sind damit überlastet. Und das Setzen auf den universell als zweite Wahl bereitstehenden Oliver Geissen und die ungetrübt allerlei "Die 10 besten ..." billig hervorkramende Sonja Zietlow kann es nicht sein. Durch sie kann man die Regale auffüllen, aber nicht den Markenkern bestimmen lassen.

Wir wissen, was das Programm in der Fläche ausmacht, aber welche Highlights sind geplant?

Sie können sogar das Antlitz des Programms in der Fläche mitprägen. So wie all die "Punkt..."-Sendungen, explosiv und exklusiv, "GZSZ" und "DSDS". Was aber sind die Highlights? Damit ist nicht der Einkauf dieses oder jenes "Ice Age"-Films, Hollywood-Blockbusters oder ein Teamworx-Film pro Jahr gemeint, sondern das aus dem Sender heraus spürbare Potential zu guten Ideen und begeisternden Angeboten. Die Krise mag hier zu Einsparungen zwingen, fatal wäre es aber, wenn in ihrer Folge auf breiter Front alles etwas weniger aufwändig, weniger pfiffig, weniger inspiriert werden würde, statt die Strategie zu verfolgen, gezielt auf wenige Höhepunkte zuzuarbeiten, die das angestrebte Image des Senders konzentriert zum Ausdruck bringen.

Will der Sender in Zukunft Ausreißer nach unten vermeiden oder damit spielen?

Anlass zur Sorge sind besonders einige Eigenproduktionen der letzten Zeit. Es waren Ausreißer nach unten. Was hat den Sender nur geritten, nach den Casting-Show-Erfolgen von Heidi Klum bei der Konkurrenz mit Til Schweigers "Mission Hollywood" ein so uninspiriertes und niveauloses Me-Too-Produkt in Auftrag zu geben? Gibt es nur noch ökonomische, aber keine inhaltlich arbeitenden Controller mehr? Hat keiner genau hingeschaut und analysiert, worin Klums Erfolg begründet ist? Unter anderem hat er mit dem Aufwand zu tun, der für und um die Bewerberinnen getrieben wird. Man kann ja alles machen: Schauspieler casten, die besten Amateur-Fußballer suchen, ja sogar die Background-Hüpfer für DJ Bobo – aber warum nur muss alles, was „Me-Too“ ist, so billig, ja so ordinär ausfallen? RTL hat sich damit keinen Gefallen getan.

Verständlich ist, dass RTL immer wieder auf sich aufmerksam machen will. Das Spiel mit der Empörung von Politikern und Kritikern mag angehen, wenn man diese dann mit Verpuffungseffekten nasführen kann. Aber warum wird so ein sinnloser Kokolores hergestellt wie "Erwachsen auf Probe"? So leicht war die Heuchelei eines erzieherischen Gestus durchschaubar, dass am Ende einige Markenartikler die Reißleine zogen und Spots stornierten, weil sie ihre Produkte nicht mehr in so einem Umfeld bewerben wollen. Für werbefinanziertes Fernsehen ist so ein Vertrauens-verlust ein GAU. Gerade in der Krise. Ob der Sender daraus mehr lernt als Trotz? Im Moment scheint es einen Kreativitäts-Stau zu geben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(