Oscar-Gala Stoiber spielt ein bisschen Hollywood


Zu Ehren von Oscar-Preisträger Florian Henkel von Donnersmarck lud Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber zur Gala in die Münchner Residenz. Zum Oscar dazu bekommt der Regisseur von "Das Leben der Anderen" noch einen bayerischen Löwen aus Porzellan.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat dem deutschen Oscar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck für die Offenlegung des "wahren Gesichts" der DDR-Diktatur gedankt. Das Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» zeige zutiefst aufrührende Bilder eines menschenverachtenden Überwachungssystems von beklemmender Realität, sagte Stoiber bei einer Gala zu Ehren des Oscar-Gewinners am Dienstagabend in der Münchner Residenz. "In einer Zeit der DDR- Nostalgie und der Verharmlosung der Brutalität des SED-Regimes bietet sein Film ein notwendiges Korrektiv."

Henckel von Donnersmarck, der mit seiner Frau Christiane erschienen war, freute sich sehr über den Empfang. "Das ist natürlich schon was ganz besonderes, weil ich natürlich weiß, wie viel ich gerade Bayern zu verdanken habe", sagte der 33 Jahre alte Filmemacher. "Dass ich da jetzt mit dieser Statue siegreich heimkehre, dass ist schon was sehr Schönes." Sich auf seinem überwältigenden Erfolg ausruhen will er aber nicht. "Es geht ja nicht wirklich nur um Preise, es geht ja auch um innere Ziele, die man sich steckt, und ich weiß bestimmte Dinge, die ich für mich noch erreichen will, bestimmte Dinge, die ich noch ausdrücken will."

Stoiber lobte den prämierten Regisseur und Drehbuchschreiber dafür, dass er in der Oscar-Nacht ausdrücklich auch Bayern gedankt hatte. Von Donnersmarck habe die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf das deutsche und bayerische Filmschaffen gelenkt, denn die Wurzeln des Erfolges lägen ja in München. Es sei bemerkenswert, wie er seine Idee entwickelt und mit zielsicherer Regie sowie einem hochkarätigen Schauspielerensemble umgesetzt habe. Hinter ihm lägen "Jahre der zähen und harten Arbeit, Jahre des Kampfes für eine Vision - gegen alle Widerstände", sagte Stoiber.

Eingeladen zu der Oscar-Gala hatten neben Stoiber auch Intendant Thomas Gruber vom Bayerischen Rundfunk (BR), Rektor Prof. Gerhard Fuchs von der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film sowie Geschäftsführer Klaus Schaefer vom FilmFernsehFonds Bayern. All diese Institutionen hatten den Film und seine Macher gefördert. Neben von Donnersmarck sind auch die erst 29 Jahre alten Produzenten des Films, Quirin Berg und Max Wiedemann, ehemalige Studenten der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film - laut Stoiber eine "Oscar- Schmiede".

Mit fünf Oscars und zehn weiteren Nominierungen sei München Deutschlands erfolgreichste "Oscar-Stadt", sagte Stoiber und würdigte dabei auch weitere erschienene Oscar-Preisträger wie Caroline Link, die den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film 2003 für "Nirgendwo in Afrika" bekommen hatte. Auch der elfmalige Gewinner des Technik-Oscars, Bob Arnold (ARRI), setzte Maßstäbe für München. Zu dem Festakt im Kaisersaal der Residenz waren mehrere hundert Gäste aus der Film- und Medienbranche eingeladen. Von Donnersmarck erhielt aus den Händen des Ministerpräsidenten einen bayerischen Löwen aus Porzellan.

DPA DPA

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