Oscar-Verleihung Michael Moore stänkert gegen Bush

Seine Oscar-Dankesrede nutze Filmemacher Michael Moore zu einem Angriff auf den US-Präsidenten: "Schämen Sie sich, Mr. Bush. Schande über Sie!" rief er unter Applaus, aber auch Buh-Rufen.

Der amerikanische Dokumentarfilmer Michael Moore hat bei der 75. Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag in Hollywood seinen Triumph für den Welterfolg "Bowling for Colombine" zu einem leidenschaftlichen Protest gegen den Irak-Krieg und Präsident George W. Bush genutzt. Moore rief nach der Entgegennahme seiner Auszeichnung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm unter deutlich mehr Beifall als Missfallensbekundungen aus: "Wir sind gegen diesen Krieg, Mr. Bush. Schämen Sie sich, Mr. Bush. Schande über Sie!"

"Ich bin ein Amerikaner"

In seiner Dankesrede hatte Moore Bush bereits beschuldigt, Amerika in einen Krieg mit "erfundenen Gründen" geschickt zu haben. Der schwergewichtige Autor und Filmemacher, der aus seiner scharfen Kritik an Gesellschaft und Politik der USA keinen Hehl macht, geißelte auch noch einmal die Umstände der Wahlen, die Bush zum Präsidenten gemacht hatten. Auf die seinem spektakulären Auftreten folgende Frage, warum er die Äußerungen gemacht habe, entgegnete Moore lakonisch: "Ich bin ein Amerikaner."

Almodovar lehnt Krieg ab

Bekannte Kriegsgegner wie Susan Sarandon und Dustin Hoffman hielten sich hingegen bei ihren Auftritten sichtlich angestrengt zurück. Sarandon signalisierte allerdings mit der Hand ein "Peace"-Zeichen. Dagegen ließ der spanische Filmemacher Pedro Almodovar, mit einem Drehbuch-Oscar für "Sprich mit ihr" bedacht, in einer verlesenen kurzen Erklärung keinen Zweifel an seiner Ablehnung des Irak-Krieges. Diese hatte er bereits in seinem Heimatland mehrfach sehr deutlich gemacht.


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