"Die Zeit ist gekommen" Regie-Oscar geht erstmals an eine Frau


Als erste Frau hat Kathryn Bigelow mit ihrem Irak-Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" den Oscar für die beste Regie gewonnen und damit Filmgeschichte geschrieben.

Als erste Frau hat Kathryn Bigelow mit ihrem Irak-Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" den Oscar für die beste Regie gewonnen und damit Filmgeschichte geschrieben. Bigelows Werk, das bei der 82. Oscar-Verleihung auch als bester Film ausgezeichnet wurde, zeigt den gefährlichen Alltag einer Bombenentschärfungseinheit der US-Streitkräfte im Irak. Insgesamt erhielt "The Hurt Locker" sechs Oscars.

"Man kann es nicht anders beschreiben - es ist der einzigartigste Moment im Leben", sagte Bigelow mit bebender Stimme in ihrer Dankesrede am Sonntag in Los Angeles. Die 58-Jährige widmete den Oscar den US-Soldaten, Männern wie Frauen, die im Irak, in Afghanistan und an anderen Orten weltweit im Einsatz sind: "Mögen sie sicher nach Hause kommen."

Bigelow war die vierte Frau, die für den Regie-Oscar nominiert wurde. Sie folgte damit auf Sofia Coppola, die für "Lost in Translation" (2003) nominiert war, Jane Campion ("Das Piano" von 1993) und Lina Wertmüller ("Sieben Schönheiten", 1975). Bigelow galt bereits vor der Verleihung als Favoritin. Sie erhielt den Oscar aus den Händen von Barbra Streisand, die selbst in Filmen wie "Yentl" oder "Herr der Gezeiten" Regie geführt hat. "Nun, die Zeit ist gekommen", sagte Streisand, bevor sie den Namen der Preisträgerin bekanntgab.

Bigelow setzte sich damit auch gegen ihren früheren Ehemann James Cameron durch, der selbst für das erfolgreiche 3D-Spektakel "Avatar" nominiert war. Während der gesamten Galaveranstaltung saß sie direkt vor ihm. Über die besondere Konkurrenzsituation der früheren Eheleute wurde vor der Oscar-Verleihung vielfach berichtet, doch Bigelow und Cameron hatten sich 1991 nach zwei Jahren Ehe in aller Freundschaft getrennt und sich seither beruflich gegenseitig unterstützt. Als Bigelows Oscar-Gewinn verkündet wurde, klatschte Cameron und rief zustimmend "Ja, ja."

Auch Bigelow ließ sich von Reportern nicht dazu verleiten, sich negativ über ihren Exmann zu äußern. "Ich finde, er ist ein außergewöhnlicher Filmemacher", sagte sie auf die Frage, wie es sich anfühle, ihn geschlagen zu haben.

Als Pionierin im Filmgeschäft hat Bigelow seit Jahrzehnten Erfahrung. Im üblicherweise von Männern beherrschten Action-Genre baute sie mit Filmen wie "Gefährliche Brandung" (1991) und "K-19 - Showdown in der Tiefe" (2002) ihre Karriere auf. Doch bei der Verleihung der Filmpreise der Vereinigung amerikanischer Regisseure (DGA), wo sie mit "The Hurt Locker" ebenfalls den Hauptpreis gewann, sagte sie: "Ich sehe mich selbst als Filmemacher - nicht als weibliche Filmemacherin." Und seit Sonntag kann sie sich nun auch als Oscar-Gewinner sehen.

Christy Lemire, APN APN

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