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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Nominierungen für die 84. Academy Awards: "The Artist" ist der wilde Favorit

Mit gleich zehn Nominierungen geht "The Artist" ins Oscar-Rennen. Wim Wenders' "Pina" ist in eine andere Kategorie gerutscht. Und der Iran kommt nach Hollywood.

Von Sophie Albers

Es war nicht anders zu erwarten, trotzdem ist der gute Lauf eines französischen Stummfilms bei den Oscar-Nominierungen ein Aufreger. Zehn Mal wurde Michel Hazanavicius' Märchen "The Artist" vom Aufstieg und Fall eines Stummfilmstars benannt. Darunter in den Königskategorien "Bester Film" und "Beste Regie". Auch Hauptdarsteller Jean Dujardin kann auf einen Academy Award hoffen. Ein Heimspiel könnte es dagegen für Martin Scorseses "Hugo Cabret" werden, ein - eher untypisch - vor Fantasie überlaufender 3D-Kinderfilm, der elf Nominierungen bekam.

Ebenso erstaunlich und politisch interessant ist die zweifache Nominierung des iranischen Beziehungsdramas "A Separation" von Ashgar Farhadi. Das ist so verblüffend, dass zur Gala am 26. Februar im Kodak Theatre in Los Angeles eigentlich auch der Oscar-Verweigerer Woody Allen auftauchen könnte. Dessen Nostalgiker-Traum "Midnight in Paris" wurde in vier Kategorien nominiert, darunter als bester Film und bestes Drehbuch. Überhaupt nicht überraschend ist dagegen die Nominierung als beste Hauptdarstellerin für Meryl Streep in "The Iron Lady".

Für Deutschland geht Wim Wenders mit seinem 3D-Ballett "Pina" ins Rennen, allerdings nicht als bester ausländischer Film, sondern in der Sparte Dokumentation. Auch nominiert ist der Kurzfilm "Raju" der Hamburger Regisseure Max Zähle und Stefan Gieren.

George Clooney ist "dran"

Großer Konkurrent für "The Artist" ist George Clooney in Alexander Paynes Familiendrama "The Descendants", der laut Expertenmeinung endlich mal "dran" sei, einen Goldjungen zu bekommen. Aber auch Gary Oldman ist nicht zu unterschätzen, der mit "Tinker Tailer Soldier Spy" eine Meisterleistung abgeliefert hat. Ebenso Clooneys Kumpel Brad Pitt in "Moneyball". Großer Verlierer ist Leonardo DiCaprio, dessen Schauspiel-Tour-de-Force in "J. Edgar" keinerlei Erwähnung fand. Auch ein starker Film ist "The Help" über den Rassismus im Amerika der 60er Jahre - mit vier Nominierungen.

Und dann ist da noch "The Tree of Life" von der verschrobenen Regielegende Terrence Malick. Da scheint irgendetwas nicht zu stimmen, denn bei der Nominierung als bester Film wurde der Name des Schöpfers offen gelassen.