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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscar-Preisträger Jeff Bridges: Der Glücksritter von Hollywood

Er ist im Showgeschäft, seit er ein Baby ist, und hat alles richtig gemacht: keine Affären, keine Rollenfehlgriffe, keine Aussetzer. Vom Loser bis zum Charmeur beherrscht er jede Rolle. Jetzt wurde Jeff Bridges mit dem Oscar ausgezeichnet.

Jeff Bridges ist Hollywoods Chamäleon, ein Verwandlungskünstler, der jedes Genre meistert - nun wurde er dafür endlich mit einem Oscar belohnt. Und wieder einmal war es die Rolle eines Außenseiters, eines schrägen Typen, die Bridges’ Ruhm und Ehre einbrachte: In dem Drama "Crazy Heart" spielt er einen abgehalfterten Country-Sänger - ohne Schnörkel und mit Tiefe.

Es war die fünfte Oscar-Nominierung und der erste Triumph, ein Triumph, der Bridges sichtlich umhaute. Er bedankte sich überschwänglich und bei fast jedem, vor allem aber bei seiner Frau Sue, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, und seinen drei erwachsenen Töchtern. "Ohne Euch wäre ich nicht hier oben", sagte er.

Die Filmkarriere wurde ihm in die Wiege gelegt

Bereits eine kleine Auswahl seiner Rollen zeugt von seiner Vielseitigkeit: In der neuen Militärsatire "Männer, die auf Ziegen starren" glänzt Bridges an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. In "New York für Anfänger" mimt er einen coolen New Yorker Altyuppie, in dem Comic-Action- Streifen "Iron Man" wird er zum Gegenspieler des Superhelden, gespielt von Robert Downey Jr. In dem Mystery-Thriller "K-Pax - Alles ist möglich" gerät er als Psychiater an einen rätselhaften Patienten (Kevin Spacey), in "Rufmord - Jenseits der Moral" gibt er als US- Präsident den Ton an.

"Ich habe nie einen geradlinigen Kurs als Movie-Star verfolgt", begründete er einmal seine abwechslungsreiche Karriere. "Ich freue mich jedes Mal über eine 90-Grad-Wende von meiner letzen Rolle". Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in "The Company She Keeps". Dazu kam er, weil sein Vater Lloyd Bridges ein erfolgreicher Hollywood- und TV-Darsteller war. Jeff, der jüngste Sohn der Dynastie, zu der auch sein älterer Bruder Beau Bridges gehört, ist längst der berühmteste und erfolgreichste Namensträger.

Als Loser brillierte er in "The Big Lebowski"

Zum ersten Mal für einen Oscar nominiert wurde Bridges vor fast vier Jahrzehnten, in dem Kultfilm "Die letzte Vorstellung" von Peter Bogdanovich. Drei weitere Nominierungen folgten 1974 für "Die letzten beißen die Hunde", 1985 für "Starman" und 2001 für "Rufmord - Jenseits der Moral". Sein musikalisches Talent zeigte er an der Seite seines Bruders Beau in "Die fabelhaften Baker Boys". Als Barmusiker verdreht er einer Sängerin, gespielt von Michelle Pfeiffer, den Kopf. Terry Gilliam holte ihn für die skurrile Komödie "König der Fischer" vor die Kamera. In dem Drama "Fearless - Jenseits der Angst" überlebt er einen Flugzeugabsturz, in "Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg" spielt er den Besitzer eines in den 30er Jahren berühmt gewordenen Rennpferdes. In der Romanverfilmung "The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung" brilliert Bridges in der Rolle eines extrovertierten Schriftstellers, dessen Ehefrau (Kim Basinger) an dem Unfalltod ihrer Söhne zerbricht. Unter der Regie der Coen-Brüder gibt er in "The Big Lebowski" den lebensweisen Verlierertypen.

Nachdem ihm in seinen frühen Jahren in der Boulevard-Presse Rauschgift-Erlebnisse und Affären mit Kolleginnen vorgerechnet wurden, wendete sich vor mehr als drei Jahrzehnten das Blatt. Seit 1977 ist Bridges mit der Fotografin Susan Gaston verheiratet. Sie waren sich bei den Dreharbeiten zu "Rancho Deluxe" begegnet, als Gaston noch als Dienstmädchen auf einer Ferienranch jobbte. Privat ist Bridges genauso entspannt wie bei seinen Rollen: Der kantige Mann, der wie ein Fels in der Brandung steht, töpfert in seiner Freizeit gerne Keramiken. Er ist eben ein echter Glücksritter.

DPA / DPA
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