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Oscar-Verleihung 2017 "Als Kind verkleidete ich mich als Weiße" - Viola Davis' rührende Dankesrede

Viola Davis
Viola Davis wurde in den 60er Jahren auf einer Plantage geboren und erlebte die Rassentrennung in den USA am eigenen Leib - heute ist sie eine Oscar-Preisträgerin.
© AFP
Für ihre Rolle in "Fences" wurde Viola Davis mit einem Oscar ausgezeichnet. Von ihrem Gewinn war die Schauspielerin so gerührt, dass sie eine tränenreiche Dankesrede hielt und appellierte, immer weiter zu träumen.

Der Academy Award für die beste Nebendarstellerin wird traditionell am Anfang des Oscar-Abends verliehen. In diesem Jahr sorgte die Kategorie für großen Emotionen: Die schwarze Schauspielerin Viola Davis bekam ihren ersten Oscar verliehen und bedankte sich mit einer tränenreichen Rede, die für Gänsehaut sorgte.

Viola Davis: "Meine Schwester und ich haben uns als reiche, weiße Frauen verkleidet"

"Ich bin Schauspielerin geworden, weil wir diejenigen sind, die feiern, was es heißt, zu leben", begann die 53-Jährige ihre emotionale Rede und konnte die Tränen dabei nur schwer unterdrücken. Als Schauspielerin wolle sie die Geschichten der Leute erzählen, die geträumt haben, sagte Davis weiter. 

Die Schauspielerin weiß selbst, was es bedeutet, große Träume zu haben. 1965 wurde sie während einer Hochphase der Rassendiskriminierung in den USA als Tochter eines Pferdetrainers und eines Hausmädchens auf einer Plantage in South Carolina geboren. Sie sei in "erbärmlicher Armut" aufgewachsen, hatte Davis häufig in Interviews erzählt. Auch in ihrer Oscar-Rede nahm die Schauspielerin mit Tränen in den Augen Bezug auf ihre Kindheit: "Meine Schwester und ich spielten oft verkleiden. Wir verkleideten uns dann als reiche, weiße Frauen, die sich zum Tee trafen." Obwohl sie als Kind von Reichtum nur hätte träumen können, sei sie heute überglücklich darüber, dass "Gott meine Eltern ausgesucht hat, um mich auf die Welt zu bringen."

Oscar-Gewinn von Viola Davis ist auch ein politisches Statement

Seit Jahren gibt es Diskussionen darüber, ob die Preisverleihungen in Hollywood schwarzen Künstlern gegenüber diskriminierend sind. Besonders im vergangenen Jahr war die Oscar-Verleihung dafür in die Kritik geraten, "zu weiß" gewesen zu sein. Im Hinblick auf die derzeitige politische Lage in den Vereinigten Staaten ist der Oscar-Gewinn von Viola Davis deshalb eine große Errungenschaft: Die 53-Jährige ist die erste dunkelhäutige Schauspielerin, die einen Emmy (für die Erfolgsserie "How to Get Away with Murder"), einen Tony und jetzt auch einen Oscar gewinnen konnte. In ihrer Kategorie setzte sie sich auch gegen "weiße" Hollywood-Größen wie Nicole Kidman und Michelle Williams durch.

lis

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