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Oscar-Verleihung Fauxpas auf dem roten Teppich


Hollywood feierte zum 84. Mal die Academy Awards. Es war ein rauschendes Fest - nur bei der Kleiderwahl der Damen gab es Missgriffe.
Von Frank Siering, Los Angeles

Jean Dujardin freute sich auf Französisch, George Clooney küsste Oscar-Gastgeber Billy Crystal, Martin Scorsese konnte den sensationellen Erfolg seines Kinderfilmdebüts "Hugo Cabret" selbst nicht fassen, sexy Jennifer Lopez hatte eine Garderobenpanne auf der Bühne - und Sacha Baron Cohen sorgte für einen kleinen Skandal auf dem roten Teppich, als er - als Diktator verkleidet - die "Asche" von Kim Jong Il auf den Smoking von Ryan Seacrest schüttete.

Die Oscars 2012 - eine amüsante Veranstaltung, die so ziemlich jedem Zuschauer etwas bot. "The Artist" und "Hugo Cabret" waren - wie im Vorfeld in den Wettbüros von Las Vegas erwartet - die großen Gewinner des Abends.

"Hugo Cabret" räumte fünf Oscars ab. Auch "The Artist" gewann fünf Academy Awards, darunter die Hauptpreise des Abends: Jean Dujardin erhielt den Oscar als bester Schauspieler und hängte somit die Hollywood-Playboys Brad Pitt und George Clooney ab.

Woody Allen bleibt der Gala fern

Bereits zum dritten Mal gewann Meryl Streep die Statue als beste Schauspielerin. Sie erhielt die Trophäe für ihr Portrait von Margaret Thatcher in "Die eiserne Lady". Streep hält mit 17 Nominierungen den Weltrekord in der Oscar-Geschichte. Der Preis für den besten Film ging an "The Artist". Woody Allen gewann die höchste Anerkennung in der Entertainment-Welt für das beste Drehbuch für seinen Film "Midnight in Paris". Der notorisch schüchterne Allen saß allerdings nicht im Publikum.

Die Mode der Oscar-Damen zeigte auch in diesem Jahr viele Sonnen- und Schattenseiten. Clooney hatte mit Stacy Keibler, die ihn auf hochhackigen Schuhen um einen Kopf überragte, seine eigene goldene Oscar-Statue mitgebracht. "Sie ist fast zwei Meter groß", so Clooney über die ehemalige Ringkämpferin, die in ihrem bezaubernden und sehr figurbetonten Marchesa-Kleid viele Köpfe verdrehte.

Zu den Fashion-Höhepunkten des Abends gehörte Angelina Jolies Kleid von Versace (mit sehr viel nacktem Bein), Rooney Mara in Givenchy und Michelle Williams in Louis Vuitton Couture. Die Gerüchte um die angeblich kürzlich neu erweiterte Oberweite von Diaz wollten übrigens auch an diesem Abend nicht verstummen.

Modeopfer Streep und Bullock

Getreu dem Motto, wo Höhen sind, da müssen auch Tiefen sein, stürzten sich die Mode-Blogger wie die Aasgeier auf einige Nominierte bei den Academy Awards. Prominentestes Fashion-Victim war Gewinnerin Meryl Streep. In ihrem goldenen Lanvin-Kostüm "glänzte sie so sehr wie Oscar selbst", schrieb ein Blogger. "Leider nicht so wertvoll", fügte ein anderer hinzu. Diverse sogenannte Modeexperten stimmten ein und zeigten bei Streeps Kleid mit dem Daumen nach unten.

Ebenfalls recht ungelenk, zumindest modemäßig, zeigte sich Sandra Bullock - obwohl sie ihre deutsche Muttersprache gekonnt auf der Bühne bei der Vorstellung des besten ausländischen Films eingesetzt hatte. Die Kritiker urteilten messerscharf. Ihr Marchesa-Kleid sitze nicht richtig und sei einfach zu dröge für einen Oscar-Abend.

Borats Red-Carpet-Attentat

Auch Jennifer Lopez bekam ihr Fett weg. Ihr Zuhair-Murad-Kleid war zwar sexy, aber wohl auch ein bisschen zu eng für die hübsche Amerikanerin. Auf der Bühne gab es dann sogar einen kurzen Garderobenunfall, den J.Lo aber gekonnt mit der Hand verstecken konnte.

Auch bei den Herren gab es den einen oder anderen Fehlgriff. Will Ferrell und Zach Galifianakis traten in weißen Smokings auf. Etwas zu grell für die Academy Awards. Clooney in Armani war dagegen wieder einmal fehlerfrei.

Neben Mode und goldenen Statuen gab es noch den Moderatoren. Billy Crystal, der in letzter Minute für den zurückgetretenen Eddie Murphy eingesprungen war, zeigte sich bemüht, aber doch ein bisschen eingerostet. Es mag daran gelegen haben, dass es bereits seine neunte Oscar-Show war.

Die Witze waren recht altbacken, und auch das Bemühen der Academy, endlich ein jüngeres Publikum anzuziehen (Justin Bieber war vor Ort, Trommler hauten einen Coldplay-Song auf ihre Bongos), wirkte gezwungen und recht leblos.

Vielleicht am originellsten war da noch das Red-Carpet-Attentat von Sacha Baron Cohen auf Amerikas Sonnyboy-TV-Talkmaster Ryan Seacrest. Der Star des Films "Borat" war als Diktator in einer Fantasie-Uniform auf dem roten Teppich erschienen. In den Händen trug er eine Urne mit dem Bild des verstorbenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il. Den Inhalt, ein aschefarbenes Pulver, verstreute Baron Cohen auf dem roten Teppich - und dem Anzug von Seacrest, der ihn gerade interviewt hatte.


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