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Premiere von "Diplomatie": Schlöndorffs Liebeserklärung an Wiesbaden und Paris

Die deutsche Provinz in der Nachkriegszeit und Frankreichs Weltmetropole: Volker Schlöndorff kann seine LIebe zum Film ganz genau verorten.

Kinotrailer: "Diplomatie"

Der deutsche Regie-Altmeister Volker Schlöndorff, 75, verdankt seinen Weg zum Film auch seiner Geburtsstadt Wiesbaden. "Ich betrachte mich als Bestandteil der Möbel hier", sagte Schlöndorff am Mittwochabend bei der Präsentation seines neuen Werks "Diplomatie" im Kino Caligari. In dem Jugendstilsaal habe er als Junge zum ersten Mal "Endstation Sehnsucht" gesehen. "Hier ist der Wunsch entstanden, zum Film zu gehen, worunter man als Wiesbadener Bub nur eine unklare Vorstellung hatte."

Sein zweiter Zugang zum Kino: Als Schüler sei er nachmittags über die Feuerleiter in den Projektionsraum der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) in Wiesbaden-Biebrich geklettert, um heimlich neue Filme zu sehen, verriet Schlöndorff. Zugleich sei der Aufbruch aus seiner Geburtsstadt 1955 notwendig und prägend gewesen. Schlöndorff ging im Alter von 16 Jahren in ein französisches Internat. "Ich habe in Paris zum ersten Mal eine unzerstörte Stadt gesehen."

Der neue Film "Diplomatie", der am Donnerstag bundesweit angelaufen ist, solle Paris feiern, sagte der Regisseur. Das Kammerspiel erzählt davon, wie die französische Metropole vor genau 70 Jahren im August 1944 der Zerstörung durch die deutsche Besatzungsmacht entging.

ono/DPA / DPA