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Reaktionen auf den Tod von Bernd Eichinger: "The Show must go on"

Die Glitzerwelt im Blitzlicht-Gewitter hielt inne, als die Nachricht vom Tode Bernd Eichingers eintraf. Die "Diva"-Verleihung in München wurde zum "Bernd"-Abend. Die Premiere von Til Schweigers neuem Film in Berlin ebenfalls. Das Motto im Sinne Eichingers: The Show must go on.

Es sollte eine große Feier mit Glitzer und Glamour werden, dann platzte die Nachricht vom Tod Bernd Eichingers in die Verleihung der "Diva"-Awards in München. Zahlreiche Bekannte und Freunde waren geschockt. Einige langjährige Weggefährten des 61-Jährigen erfuhren vor laufenden Kameras auf dem roten Teppich vom Tod des Produzenten. Michael "Bully" Herbig, der für seine Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet wurde, widmete Eichinger spontan seinen Preis. Der Schauspieler Herbert Knaup sagte, er werde die "Diva" immer mit Eichinger in Verbindung bringen. Eichinger, "der auch irgendwie eine Diva war, mit seinen weißen Turnschuhen", hinterlasse ein Riesen-Loch in der deutschen Filmlandschaft.

"Es gibt kaum einen Ort, an dem so viele Menschen vereint sind, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, wie hier heute Abend", sagte Veranstalter Ulrich Scheele, der vor der Preisverleihung das Wort ergriff. Er wisse, dass schon viele Tränen geflossen seien an diesem Abend. Bevor es losging mit der Verteilung der insgesamt 14 Preise, erhoben sich alle Gala-Besucher zu einer Schweigeminute.

Til Schweiger weint um seinen Freund

In Berlin ergriff Til Schweiger bei der Präsentation seines neuen Films "Kokowääh" das Wort: "Sein Tod macht mich unendlich traurig." Eichinger habe viel für ihn bedeutet. Er weine um seinen Freund. Es gebe keinen weiteren von seinem Schlag. "Ohne den Bernd wäre ich nicht da, wo ich bin. Bernd hat sich wahnsinnig für mich eingesetzt", sagte Schweiger weiter. "Und Bernd hat mir wichtige Tipps gegeben, als ich gesagt habe, ich möchte selbst produzieren." Der Regisseur Oskar Roehler sagte: "Er war derjenige, der den deutschen Film rausgetragen hat."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den Filmschaffenden: "Unser Kino verliert mit ihm nicht nur den erfolgreichsten Produzenten der letzten Jahrzehnte, sondern auch seinen leidenschaftlichsten Antreiber und Träumer", erklärte die Kanzlerin am Mittwoch in Berlin. "Millionen verdanken ihm berührende Filmmomente."

Wolfgang Petersen: "Er war wie ein Bruder"

Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen war in seinem Auto im kalifornischen Santa Monica unterwegs, als er die "total schockierende Nachricht" vom Tod seines Freundes Bernd Eichinger erhielt. "Er war wie ein Bruder, ein Freund und ein Partner für mich, der es mit seiner kreativen Besessenheit unglaublich ernst meinte", sagte der 69-jährige Hollywood-Regisseur. Eichinger hätte immer "sehr riskant" gelebt, aber gerade in den letzten Jahren, dank seiner "tollen Ehe" mit der Journalistin Katja Hoffmann, "war er endlich zur Ruhe gekommen", meinte Petersen. "Leider waren ihnen nur so schmerzlich wenige Jahre vergönnt."

Der Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, Jan Schütte, sagte in einer ersten Reaktion: "Bernd Eichinger war vielleicht der größte und originellste Filmemacher der deutschen Nachkriegsgeschichte - vielleicht der einzige von wirklichem Weltformat. Mit ihm verliert die deutsche Filmwelt nicht nur einen Produzenten, sondern auch eine eigene Stimme."

Bei der "Diva"-Verleihung war der Tote die ganze Zeit präsent: "Es wird ein Bernd-Abend werden - lachen Sie, weinen Sie", sagte Gastgeber Scheele. Spätestens beim Auftritt von Unheilig, der seinen Chart-Erfolg "Geboren um zu leben" nur von einem Klavier begleitet und mit Kerzen im Hintergrund sang, hatten viele einen Kloß im Hals. "Weil jeder von uns spürte, wie wertvoll Leben ist", sang "der Graf". Eichinger hätte gewollt, dass der "Diva"-Abend aller Trauer zum Trotz gefeiert wird, betonte Veranstalter Scheele. Und Anna Fischer, die "Schauspielerin des Jahres", brachte es auf den Punkt: "The show must go on - es muss weitergehen".

che/DPA / DPA