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"Ein ganzes halbes Jahr": Emilia Clarke rocks - angezogen und ohne Drachen

Sorry, Jungs! Emilia Clarke gehört jetzt den Frauen. Und die werden sie nach "Ein ganzes halbes Jahr" nicht wieder hergeben wollen. Die Tragikomödie ist der schönste Liebesfilm seit "Bridget Jones"! 

Von Sophie Albers Ben Chamo

Emilia Clarke als Khaleesi in "Game of Thrones" und als Louisa in "Ein ganzes halbes Jahr"

Emilia Clarke als Khaleesi in "Game of Thrones" und als Louisa in "Ein ganzes halbes Jahr"

Jojo Moyes schüttelt den Kopf: "Khaleesi als Louisa? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Daenerys Targaryen, Mutter der Drachen?! Wirklich nicht! Aber dann habe ich Emilia getroffen. Und plötzlich stand da meine Heldin vor mir. Genauso klein, quicklebendig und witzig. Und dieses Lächeln! Das sieht man in 'Game of Thrones' ja nicht."

Mit der Verfilmung des Bestsellers "Ein ganzes halbes Jahr" treffen zwei Unterhaltungs-Giganten aufeinander: Jojo Moyes ist eine der erfolgreichsten Frauenroman-Autorinnen der Welt: Allein diese Geschichte über die quirlige Louisa, die sich in den snobistischen, im Rollstuhl sitzenden Will verliebt, hat sich weltweit mehr als acht Millionen Mal verkauft.

Emilia Clarke wiederum gehört zu den derzeit populärsten Jungschauspielerinnen überhaupt. Ihre weißhaarige, leicht- oder auch gar nicht bekleidete Khaleesi, Mutter der Drachen, in der Kultserie "Game of Thrones" ist bereits eine Ikone und hat eine Millionen-starke Anhängerschaft.

Emilia Clarke und Sam Claflin in "Ein ganzes halbes Jahr"

 

Aber sowohl Moyes als auch Clarke sind glücklicherweise entspannt geblieben. Für alles andere sind sie wohl zu britisch: "Ich hatte lange Diskussionen mit dem Studio darüber, dass ich die Figuren und die Geschichte nicht verändern werde. Und dann haben ich mit der Regisseurin gesprochen, und ich habe ihr vertraut", sagt Moyes. Außerdem habe sie keine Autorin sein wollen, die allen das Leben schwer macht", fügt die 46-Jährige an. "Sie meinen wie bei 'Fifty Shades of Grey'?" "Das haben Sie gesagt." Grinsen.

"Für Außenstehende sieht es vielleicht nach einer großen Veränderung aus, aber Lou ist mir, ehrlich gesagt, sehr ähnlich", erzählt Emilia Clarke über ihre Lou im Interview zum Filmstart. "Für Daenerys muss ich viel mehr schauspielern."

Mehr Lou als Khaleesi

Tatsächlich scheint alles in diesem Film ein Volltreffer: die Geschichte, die Darsteller, die Umsetzung. Die gefeierte Theaterregisseurin Thea Sharrock hat den Ton des Buches sehr genau getroffen. Die Nebendarsteller sind bis in die hinterste Reihe wunderbar: Wem "Absolutely Fabulous" etwas sagt, der wird schreien vor Freude. Die Landschaft ist natürlich Wales. Aber es ist vor allem die Chemie zwischen Emilia Clarke und Hauptdarsteller Sam Claflin, die für Mehrfach-Besuche sorgen wird.

Lou und Will in "Ein ganzes halbes Jahr"

Lou und Will in "Ein ganzes halbes Jahr": Spätestens hier heult das ganze Kino

Claflin, den man zuletzt neben Jennifer Lawrence in "Die Tribute von Panem" hat kämpfen sehen, spielt den unter der Erinnerung an sein sprichwörtlich bewegtes Leben leidenden Will Trainor mit der wilden Eleganz eines Mister Darcy. Und das nur mit dem Kopf. Denn Trainor ist nach einem Motorradunfall vom Hals abwärts gelähmt. Als Sohn reicher Eltern bekommt er jede denkbare Hilfe und Therapie, aber da ihm nichts das verlorene Leben zurückzubringen vermag, und er sich auf das neue nicht einlassen kann, fasst er einen Entschluss. Auftritt Lou, die ihn als neue Pflegerin unterstützen soll, und die das komplette Gegenteil von dem ist, was Will kennt: arm, laut, ehrlich und unfassbar sturköpfig. Emilia Clarke grinst im Kreis und brilliert in Augenbrauenakrobatik, bis das ganze Kino verliebt ist. Wer war noch mal Bridget Jones?

Worauf es ankommt

Genau genommen ist "Ein ganzes halbes Jahr" eine klassische Boy-meets-Girl-Geschichte. Aber hier steht am Ende die von jedem Zuschauer für sich selbst zu beantwortende Frage, worauf es im Leben ankommt. Der Film hat neben all seiner Liebe und Leichtigkeit eine beachtliche Schwere. Die erdet ihn, trotz Wales und strahlendschöner Hauptdarsteller.

Und während Lou in Hummel-gestreiften Strumpfhosen durchs Bild hüpft, weiß man, dass "Game of Thrones" nie wieder das Gleiche sein wird.

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