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stern-Interview: Krise holt TV-Produzent Nico Hofmann ein

Nach "Die Luftbrücke" und "Die Flucht" folgt "Die Grenze": Deutschlands erfolgreichster TV-Produzent widmet sich derzeit einem innerdeutschen Thema der jüngsten Vergangenheit. Die vom Script vorgesehene Wirtschaftskrise musste jedoch überarbeitet werden - sie konnte es mit der echten nicht aufnehmen.

Erfolgsproduzent Nico Hofmann wurde bei der Arbeit an seinem neuen Krisenfilm "Die Grenze" von der Wirklichkeit eingeholt. "Viele haben anfangs gesagt, die Konstruktion einer Weltwirtschaftskrise sei an den Haaren herbeigezogen", sagte Hofmann in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. "In Wahrheit war es dann so, dass wir im letzten halben Jahr das Drehbuch justieren mussten, weil die Krise viel heftiger über uns hereinbrach, als wir sie je beschrieben hatten."

Hofmann ist Deutschlands erfolgreichster Fernsehproduzent. Der Film "Die Grenze", den Hofmanns Firma Teamworx zurzeit für Sat1 dreht, spielt 2012. Er erzählt, wie die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Ost und West immer größer wird. Am Ende des Films spaltet sich ein Teil Mecklenburg-Vorpommerns von der Bundesrepublik ab. "Wir gehen an die Schmerzgrenze, zeigen Hilflosigkeit, Aggression bis hin zum Bürgerkrieg", so Hofmann im stern. "Wenn dieser Film keine kontroverse Debatte auslöst, haben wir etwas falsch gemacht."

Den Einsatz für seine Firma Teamworx möchte Hofmann bald reduzieren. "Mein Plan ist, mich bei Teamworx etwas zurückzuziehen, um stärker bei unserer neu gegründeten Schwesterfirma Ufa Cinema mitzuarbeiten, die Kinofilme produziert", sagte er dem Magazin.

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