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Verleihung des britischen Filmpreis "The Artist" räumt bei den Baftas ab


Die Baftas sind die höchste Auszeichnung der britischen Filmbranche. In diesem Jahr erweisen ihr unzählige Superstars die Ehre. Großer Gewinner der als Oscar-Stimmungstest gesehenen Preise war "The Artist".

Großbritanniens Filmindustrie ist in einer Glanzphase - und dementsprechend fiel das Staraufgebot bei den diesjährigen Verleihungen der Bafta-Kinopreise in London aus. Brad Pitt, George Clooney, Meryl Streep, Penelope Cruz, Michael Fassbender, Russell Crowe: So viel Hollywoodprominenz kam am Sonntag zu der Zeremonie, dass britische Medien bereits fürchteten, die Schauspieler aus dem Königreich könnten hintenanstehen.

Die Baftas sind die wichtigsten Auszeichnungen der Filmbranche des Königreichs und gelten als Stimmungstest für die Oscars. Vergeben werden sie von der Britischen Film- und Fernsehakademie. Großer Gewinner des Jahres war der französische Stummfilm "The Artist".

"The Artist" wurde nicht nur "Bester Film", sondern landete unter anderem auch in den Kategorien "Bester Schauspieler", "Bester Regisseur" und bei der Musik ganz oben. Er könne es kaum fassen, dass er unter solchen Talenten und Stars wie Pitt oder Gary Oldman als der Beste ausgewählt worden sei, sagte "The Artist"-Hauptdarsteller Jean Dujardin.

"The Artist" ist der Gewinner des Abends

Der Schwarz-Weiß-Film, in dem Dujardin einen Filmstar mimt, der mit dem Umstellung vom Stumm- auf den Tonfilm nicht zurechtkommt, gilt als Überraschung der diesjährigen Filmpreis-Saison. Schon bei den Golden Globes sorgte er für Aufregung, er ist heißer Favorit für die Oscar-Verleihung im März.

Das Porträt der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, "Die Eiserne Lady", war der wohl meistdiskutierte Film auf der Insel in den vergangenen Monaten. Thatcher-Darstellerin Meryl Streep bekam den Bafta als Beste Schauspielerin. Sie rechtfertigte den Film gegen Kritik von Weggefährten Thatchers, die die Politikerin falsch dargestellt sahen. Sie habe Thatchers Leben "von Innen nach Außen" kehren und Seiten an ihr zeigen wollen, die wenig bekannt seien.

Moderator Stephen Fry lobte die britische Filmindustrie. Sie sei lebendiger denn je und voller Talente, sagte er. Filme könnten den Menschen helfen, aus dem Dunkel des Alltags zu entfliehen und auch die Gesellschaft verbessern. Der Erfolg von "The Artist" habe gezeigt, dass "Schweigen tatsächlich manchmal Gold sein kann".

Großbritannien hochgelobt

Trotz des Erfolgs des französischen Films und der großen US-Prominenz würdigte die Akademie das Kino Großbritanniens ausgiebig. Der Brite John Hurt, bekannt unter anderem für seine Rollen in "Der Elefantenmensch" und "Alien", wurde für seinen "Herausragenden Beitrag zum britischen Film" geehrt. Er hätte niemals gedacht, dass er es so weit schaffen würde, sagte der 72-Jährige.

Mit Filmen wie "Die Rede des Königs", "W.E." über den früheren König Edward VIII., der "Harry Potter"-Reihe und vielen anderen ist die britische Filmindustrie derzeit auf dem weltweiten Markt gut vertreten.

Britta Gürke, DPA DPA

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