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Will Smith stolz auf "Karate Kid" Jade: Mit Kung Fu-Künsten in Papas Herz

Einen wahren Kampfsport-Boom löste der Kultfilm "Karate Kid" in den Achtzigern aus. An diesen Erfolg möchte Will Smith nun anknüpfen - mit einer Neuauflage in Peking. In den Hauptrollen: Sohn Jaden und der filmkampferprobte Jackie Chan.

Will Smiths Sohn Jaden hat in seiner ersten Hauptrolle im Remake von "Karate Kid" alle Stunts selbst gemacht. Dafür trainierte der Junge während der Dreharbeiten ununterbrochen - auch am Wochenende und in seiner Mittagspause. "Jaden ist ein echtes Naturtalent", sagt seine Mutter Jada Pinkett Smith am Montag in Berlin anlässlich der Deutschland-Premiere. Im aktuellen Film nach der Vorlage des Klassikers von 1984 zieht der elfjährige Dre mit seiner Mutter aus Detroit nach Peking.

In der neuen Kultur findet sich der Junge nicht zurecht und wird von den anderen Kindern gehänselt und verprügelt. Er begegnet dem Hausmeister Han, gespielt von Jackie Chan, der ihm den "wahren Kung Fu" lehren will: "Das Leben wird uns zu Fall bringen, aber wir können uns entscheiden, wieder aufzustehen."

Witz und Coolness vom Vater

Als wäre es das Normalste der Welt, auf einer Pressekonferenz Rede und Antwort zu stehen, beantwortet der Jungstar ruhig und ebenso frech die Fragen der zahlreich erschienenen Journalisten. Witz und Coolness hat Jaden eindeutig vom Vater geerbt.

Der Produzent und Papa ist stolz, dass Sohnemann selbst entschieden hat, alle Kampfszenen selbst zu machen. "Er ist so fleißig, diszipliniert und einfach im Umgang", berichtet Will Smith von den Dreharbeiten. Mama Jada fiel es zum Teil schwer, den brutalen Prügelszenen zuzusehen. Sie ist zwar Mitproduzentin des Films, aber insbesondere für "das geistliche und mentale Wohl" ihres Sprösslings verantwortlich.

"Er hat eine Menge 'Erwachsenwerden' hinter sich gebracht", sagt die zierliche, elegant im leichten Sommerkleid gekleidete Mutter. Vier Monate - geplant waren eigentlich nur zweieinhalb - habe Jaden in China hart trainiert und nur einen Tag pro Woche freigehabt. Immerhin musste der Spagat sitzen. Jetzt ist der Zwölfjährige topfit.

"So'n Zeug wie Drogen einfach nicht machen"

"Es macht mich etwas nervös: Ich versuche es jetzt zu vermeiden, nachts in die Küche runterzugehen", scherzt Will. Jaden ist sich sicher, mit spätestens 15 kann er seinem Dad das Wasser reichen und ihn vom Platz fegen.

Jaden musste auch Chinesisch lernen. "Damals wusste ich ganz genau, was ich da sage", erzählt er. Mit seinen Eltern als Chefs konnte er sich arrangieren, die habe er gerne um sich. "Sie haben vorher versprochen, sie werden nicht die Bosse sein", erklärt Jaden.

Die Gefahr, als Kinderstar abzurutschen und wie Lindsay Lohan Drogen zum Opfer zu fallen, sieht der kleine Jaden nicht. Die 24-jährige Schauspielerin war jüngst wegen Drogen- und Alkoholmissbrauchs zu 90 Tagen Haft verurteilt worden. Jadens Eltern hoffen, dass ihr Sohn von ihren Erfahrungen profitieren könne, weil sie sich "im Business" auskannten. Für Jaden ist klar: "Wir werden so'n Zeug einfach nicht machen."

"Jackie wird so enttäuscht sein"

Will Smith genoss die Arbeit in Peking. "Wenn du mit Jackie Chan durch China läufst, dann bist du okay", erzählt Smith und lacht. Die kulturelle Erfahrung "an einem Ort so anders als die USA, wie du ihn nirgendwo auf der Welt findest", sei wunderbar gewesen.

Es ist der zweite Film, der überhaupt in der "Verbotenen Stadt", dem ehemaligen Kaiserpalast, gedreht werden durfte. "Es hilft viel bei einer Absage zu sagen: 'Jackie wird so enttäuscht sein!'", erzählt Will lachend. "Viele Dinge kommen in Bewegung, wenn Jackie sich bewegt." Der 56-jährige Hongkong-Chinese meint, "China ist nicht mehr das China von früher: Es ist total offen".

Fortsetzung müsste richtig anders und gut sein

Dieser Film fiel dem etablierten Actionfilm-Darsteller leichter als seine Vorläufer: "Jaden hat alle Action gemacht, ich musste bloß Kommandos geben." Er habe nicht versucht, zu nahe am Original zu bleiben. Er sei einfach Jackie Chan, alles andere wäre einfach "zuviel Druck" gewesen.

Ob es eine Fortsetzung geben wird, steht noch nicht fest: "Die müsste richtig anders und gut sein", erklärt Produzent Will Smith. Sicher sei aber, dass sie sich beeilen müssten, wenn sie den Titel nicht zu "Karate Man" ändern wollen. Immerhin sei ihr Sohn seit ein paar Tagen schon ganze Zwölf.

"Karate Kid" startet am Donnerstag in den deutschen Kinos. In den USA spielte der Streifen bereits am Startwochenende im vergangenen Monat 56 Millionen Dollar (46 Millionen Euro) ein.

Young-Sim Song, APN / APN