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Fesselspiele, Punks und Promi-Porträts

Die Berliner Helmut Newton Stiftung zeigt aktuell Werke des 2004 verstorbenen Fotografen sowie Arbeiten seiner Frau June, die ebenfalls hinter der Kamera stand. Ergänzt wird die Ausstellung um Promi-Porträts des niederländischen Fotografen Mart Engelen.

Im Januar 2004 starb der große Helmut Newton an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Los Angeles. Seine Fotografien, vor allem die Porträts starker Frauen, sind bis heute unvergessen. Drei Monate vor seinem Tod gründete Newton die Helmut Newton Stiftung, die seitdem regelmäßig Ausstellungen organisiert, um die Arbeiten von Newton und seiner Frau June zu bewahren.

Ab dem 1. Juni präsentiert die Helmut Newton Stiftung in Berlin nun Werke von Newton, seiner Frau June sowie dem niederländischen Fotografen Mart Engelen. Newtons Arbeiten laufen unter dem Titel "Yellow Press" und zeigen Fotografien, die zwischen 1973 und 2002 entstanden sind. Newton arbeitete nicht nur für Hochglanzmagazine und die Modebranche, sondern interessierte sich auch für Abseitiges, für Paparazzi-Bilder, für Polizei-Fotografie oder Kriminalgeschichten, kurzum: für die Yellow Press.

Punk- und HipHop-Szene der 80er in Los Angeles

Newtons Frau June arbeitete seit 1970 unter dem Pseudonym Alice Springs selbst als Fotografin. 2010 wurde die erste Alice Springs-Retrospektive in der Helmut Newton Stiftung realisiert, nun wird mit "The MEP Show" die zweite gezeigt. MEP steht für das Pariser Maison Européenne de la Photographie, das die Retrospektive 2015 organisierte. Zu sehen sind Porträts ihrer Fotografenkollegen - darunter Richard Avedon, Ralph Gibson und natürlich Helmut Newton - sowie anderer Prominenter wie Nicole Kidman, Audrey Hepburn, Christopher Lambert oder Claude Chabrol. Ergänzt werden die Schwarz-Weiß-Aufnahmen durch eine Serie von Straßenfotografien, die in der Melrose Avenue in Los Angeles entstanden, wo Alice Springs in den 1980er Jahren die kalifornische Punk- und HipHop-Szene dokumentierte.

Erstmals in Berlin zu sehen sind die Arbeiten des Amsterdamer Fotografen Mart Engelen. Mit Anfang 20 kam Engelen zur Fotografie, zehn Jahre später begann seine Karriere als freier Fotograf mit einer Reihe von Auftragsarbeiten für Philips und Canon sowie für Magazine wie "Esquire" oder "Vanity Fair". Die Helmut Newton Stiftung zeigt rund 20 Schwarz-Weiß-Porträts, die Engelen von Prominenten wie Designer Karl Lagerfeld, Prinzessin Stéphanie von Monaco oder Musiker Pete Doherty machte.

Mart Engelen fotografiert die Stars in ihren Wohnungen

Engelens Arbeiten entstehen mal in den Wohnungen der Porträtierten, mal in deren Ateliers oder auf Vernissagen. Damit unterscheiden sich die Aufnahmesituationen deutlich von offiziellen Porträtsitzungen, der Arbeitsprozess verläuft meist schnell und spontan. Seit 2009 veröffentlicht Engelen zudem das Fotomagazin #59 mit zahlreichen eigenen Bildern in jeder Ausgabe - eine interessante Parallele zu Helmut Newton, der zwischen 1987 und 1995 die ebenfalls großformatige Zeitschrift "Helmut Newton's lllustrated" herausgab.

Die Ausstellung "Alice Springs: The MEP Show, Helmut Newton: Yellow Press, Mart Engelen: Portraits" läuft vom 1. Juni bis 20. November 2016 in der Helmut Newton Stiftung in Berlin

jum

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