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Ausstellung im Deutschen Historischen Museum: Kunst macht mächtig

Modern Art ist in den letzten 20 Jahren zu einem Statussymbol für Banker, Wirtschaftsbosse und Politiker geworden. Wie Kunst als Herrschaftsstrategie funktioniert, zeigt eine Ausstellung in Berlin.

Von Anja Lösel

Wie lässt der erfolgreiche Manager sich fotografieren? Mit Deutschlandfahne? Geht nicht. Im Auto? Kommt auch nicht so gut. Vor dem Firmenlogo? Langweilig. Kunst - das ist es! Ungeheuer modern sieht es aus, wenn der Chef im schicken Anzug vor dem Andy Warhol oder dem Gerhard Richter steht. "Ich wage was, ich blicke in die Zukunft und bin auf Augenhöhe mit der Avantgarde", scheint er zu sagen.

Wie zeitgenössische Kunst in den letzten 20 Jahren zu einem Statussymbol für Banker, Wirtschaftsbosse und Politiker geworden ist, erklärt die Ausstellung "Macht zeigen. Kunst als Herrschaftsstrategie" in Berlin. Und am Anfang steht erst mal die Verwunderung: "Nur in Deutschland lassen sich Politiker vor abstrakten Quadraten fotografieren", sagt Hans Ottomeyer, Direktor des Deutschen Historischen Museums in Berlin. "Das ist ein Unikum." Offenbar hoffen die Porträtierten, dass sie Eindruck schinden und ihre Mitbürger zum Staunen bringen, bis sie in Ehrfurcht verstummen. Nicht immer allerdings klappt das.

Da sitzt Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender der Linde AG, auf einer Art Baumstamm-Imitat vor dem Neon-Schriftzug "Don't worry". Guido Westerwelle zeigt sich mit dem Künstler Norbert Bisky und dessen Gemälden hübscher, blonder Jungs. Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit steht mit einladend offenen Armen vor Bildern des ehemals "Jungen Wilden" Reiner Fetting. Und Roland Berger posiert selbstbewusst vor einer Zweitversion desselben Baselitz-Gemäldes mit stürzendem Adler, das Kanzler Schröder über seinem Schreibtisch hängen hatte ­- als sei der Unternehmensberater auch eine Art Zweitversion des Kanzlers.

Ein deutsches Phänomen

Der Kunstsoziologe Wolfgang Ullrich beobachtet schon seit mehr als zehn Jahren, dass zeitgenössische Kunst unter Managern als "cooler Lifestyle" gilt und ein modernes Image transportiert. Über 1000 Fotos von Managern und Politikern vor modernen Gemälden hat er in Magazinen und Zeitungen gefunden. Die besten suchte er für die Ausstellung aus.

"Das ist ein deutsches Phänomen", sagt er. Weil nach dem Nationalsozialismus Machtsymbole wie die Fahne nicht mehr einsetzbar waren, mussten neue gefunden werden. "Kunst gilt als schwierig und anspruchsvoll. Wer Kenner ist, kann andere beeindrucken oder sogar einschüchtern." Also geben knallharte Manager wie Ackermann sich als intellektuelle Schöngeister und hoffen auf Imagegewinn. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Auch früher schon versuchten Herrscher wie König Ludwig I. in München oder die Medici in Florenz, ihre Besucher mit Kunst zu irritieren und zu provozieren. "Kunst ist wieder dort gelandet, wo sie Jahrhunderte lang selbstverständlich war", sagt Ullrich: "An den Orten der Macht." Mit dem Umzug der Regierung nach Berlin verstärkte sich der Wille zur Repräsentation in der Politik – und mit Gerhard Schröder. Im neuen Kanzleramt übertrug er der Kunst eine ganz neue, tragende Rolle. Die überlebensgroße "Philosophin", eine Skulptur von Markus Lüpertz, steht da nicht einfach nur dekorativ herum, sondern ist, so Wolfgang Ullrich, "Teil eines großen Repräsentationsprogramms". Dazu gehören auch die unterschiedlich gefärbten Wände im Treppenhaus, die Symbole für Tugenden wie Keuschheit (grün) oder Stärke (rot) sind.

Von Fürsten und Königen abgeschaut

Während Schröder auf jedem Foto vor Selbstbewusstsein strotzt und offenbar tatsächlich Freude an der Kunst hat, sieht manch anderer Porträtierter aus, als fühlte er sich nicht ganz wohl in seiner Haut. Der junge Finanzdienstleister Eckhard Sauren etwa blickt verschreckt in die Kamera. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer lehnt an der Wand, als brauchte er eine Stütze. Andere wirken zu forsch, wie Andrea Nahles, die lässig vor einer Arbeit von Imi Knoebel lümmelt. Oder Klaus Peter Müller, Vorstandssprecher der Commerzbank, der neckisch und gekünstelt mit dem Finger auf die Kunst zeigt. Körpersprache kann man da studieren und erkennen, dass manch ein Porträtierter sich zu Dingen überreden ließ, die er hinterher womöglich bereute.
Eine ganz besondere Geschichte erzählt ein Foto der britischen Künstler Clegg & Guttmann. Die Vorstände der Deutschen Bank ließen sich 2007 von den beiden in klassischen Herrscherposen ablichten, die Fürsten und Königen abgeschaut sind. In einem Triptychon wurden sie zusammen dargestellt, also in einer Art von dreiteiligem Heiligenbild. Als Wolfgang Ullrich das Ensemble für die Ausstellung ausleihen wollte, hieß es: Nein, auf keinen Fall, die Bilder dürfen unser Haus nicht verlassen. Ob er es denn wenigstens im Katalog abdrucken dürfe? Nein. Nur gut, dass die Künstler sich das Recht zusichern ließen, noch zwei weitere Versionen zu fotografieren. Eine davon ist jetzt in Berlin zu sehen. Hilmar Kopper und Rolf-Ernst Breuer sitzen, die Hände im Schoß, hoch oben im Büroturm der Deutschen Bank, die Einstecktüchlein blitzen aus den dunklen Anzugtaschen. Ihr Kollege Tessen von Heydebreck steht neben ihnen, stocksteif und gerade, ganz der Adelige aus Pommerschem Geschlecht. Hinter ihnen die Kulisse der Stadt Frankfurt - ihr Reich. Unfreiwillig zeigen die drei damit, dass sie sich in der Tradition von Fürsten und Königen sehen, als Herrscher über das Land. Kein Wunder, dass das Bild jetzt, in Zeiten der Bankenkrise, nicht mehr öffentlich gezeigt werden soll.

Vielleicht ärgern sich die drei Banker heute, dass sie sich von den Künstlern zu Posen haben hinreißen ließen, zu denen sie heute nicht mehr stehen wollen. Überhaupt scheinen die Künstler in dieser Ausstellung die einzig Unabhängigen zu sein. Sie lassen sich nicht so einfach vereinnahmen, bleiben meist distanziert. Selbst wenn Jörg Immendorff einen goldenen Kanzler malt, hat man immer den Verdacht, er könnte das nicht ganz ernst, sondern ironisch gemeint haben. Und Jonathan Meese erklärt in seiner eigens für die Ausstellung gefertigten Fotoarbeit klipp und klar: "Die Politik muss immer zur Kunst kommen, niemals umgekehrt."
Wer in der Ausstellung Originalgemälde erwartet, wird enttäuscht, es gibt nur wenige. Die Schau lebt vor allem von Fotos. Auch der stürzende Adler von Georg Baselitz ist nur als Großfoto zu sehen, kommt allerdings ab März im Original. Es lohnt sich also, noch zwei Wochen zu warten mit dem Museumsbesuch. Denn dann kann man selbst ein wenig Herrscher spielen und sich in Pose stellen vor dem Gemälde, das einst über dem Kanzlerschreibtisch hing.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(