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Street-Art-Künstler Banksy will weiter anonym bleiben – und verliert die Rechte an seinen Kunstwerken

Radar Rat von Banksy
Das Bild "Radar Rat" gehört zu den Kunstwerken, an denen Banksy die Markenrechte verloren hat
© Picture Alliance
Seit Jahren wird über die Identität von Banksy gerätselt. Der Künstler bleibt weiter im Verborgenen – auch deshalb hat eine EU-Behörde entschieden, dass er das Urheberrecht an einigen seiner Kunstwerke verliert.

Banksy gilt als einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler der Welt – wahrscheinlich auch, weil sich so viele Legenden um ihn ranken. Den Künstlernamen des britischen Street-Art-Artist kennt zwar fast jeder, seine wahre Identität bleibt jedoch ein Rätsel. Das hat dazu beigetragen, ihn berühmt zu machen, könnte ihn jetzt jedoch viel Geld kosten.

Bankys Anonymität ist nämlich ein entscheidender Faktor in einem Markenrechtsstreit, über den die Behörde für geistiges Eigentum der Europäischen Union (EUIPO) entscheidet. Es geht darum, ob Banksy tatsächlich Markenrechte an seinen Kunstwerken geltend machen kann. Ein britischer Hersteller von Grußkarten hatte dies angezweifelt. In insgesamt sechs Fällen hat die EUIPO bereits entschieden, dass Banksy die Rechte an seinen eigenen Kunstwerken verliert.

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Banksy habe "das Gesetz umgehen" wollen

Laut der Seite "World Trademark Review" geht es bei den neuesten Entscheidungen um die Werke "Radar Rat", "Girl with an Umbrella", "Bomb Hugger" und "Painting Rat". Zuvor wurden Banksy bereits die Rechte für sein bekanntes Motiv "Flower Thrower" und sein berühmtes Affen-Bild, auf dem ein Affe ein Schild mit der Aufschrift "Laugh now, but one day we’ll be in charge" trägt, aberkannt. 

Zur Begründung argumentierte die EUIPO, Banksy habe "das Gesetz umgehen" wollen, da er keine Anstalten mache, sein Markenrecht zu nutzen. Ein entscheidendes Indiz dafür war aus Sicht der Behörde, dass er seine wahre Identität versteckt hält. Seine Anonymität hindere ihn daran, "seine Kunst unter Urheberrechtsgesetzen zu schützen, ohne sich zu erkennen zu geben", hielt die EUIPO fest.

Urheberrecht ist für Banksy etwas "für Loser"

Gemäß EU-Markenrecht muss es einen Ladenshop oder ähnliches geben, in dem die markenrechtlich geschützten Produkte verkauft werden. Auch das konnte die Behörde in diesem Fall nicht erkennen: In einem früheren Fall hatte sie bereits entschieden, dass es sich bei einem von Banksy organisierten Pop-Up-Store in London nur um eine Inszenierung handele. Banksy waren derlei Vorgaben offenbar zu profan: Nur aus rechtlichen Gründen einen Shop zu eröffnen, sei für ihn "möglicherweise der am wenigsten poetische Grund, überhaupt Kunst zu machen", hatte er verlauten lassen.

So kam die EUIPO zu dem Fazit, Banksy habe sich "von ehrlichen Geschäftspraktiken entfernt". Dem Künstler mögen die EU-Vorschriften widerstreben, sie dürften ihn nun allerdings auch eine Menge Geld kosten – die in Frage stehenden Werke sind weltbekannt und oft verkaufte Motive. Urheberrecht sei "etwas für Loser", hatte Banksy in seinem 2006 veröffentlichten Buch "Wall and Paint" geschrieben. Diese Haltung scheint ihm jetzt auf die Füße zu fallen.

Quellen: "World Trademark Review" / "Frankfurter Allgemeine Zeitung"

epp

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