Erzherzogin Francesca von Habsburg Kaiserliche Hoheit lassen bitten


Geld, Glamour, Galadinners: Das war der Kosmos der rastlosen Thyssen-Tochter Erzherzogin Francesca von Habsburg - bis ihre Leidenschaft für die Kunst entbrannte.
Von Almuth Spiegler

Sie watet durch den Schlamm überschwemmter Dörfer in Rumänien und bringt finanzielle Hilfe. Sie sitzt am Boden eines Kellers in Reykjavik und trinkt ein Bier mit Christoph Schlingensief. Sie lässt Kunst-Groupies im Privatjet von der "Art Basel Miami Beach" nach Jamaica fliegen, um dort eine von ihr beauftragte Video-Installation von Candice Breitz zu erleben. Sie tanzt sich in einem verfallenen Lagerhaus in Russe (Bulgarien) zur Rockmusik von Freundin Arabel Karajan die Seele aus dem Leib. Sie diniert in London mit dem Chef der Documenta 12, Roger M. Buergel, tritt während der Salzburger Festspiele an der Seite ihres Ehemanns, Kaiserenkel Karl von Habsburg-Lothringen, in Roben des New Yorker Designers Atil Kutoglu auf. Und spielt dann im TV-Zweiteiler "Kronprinz Rudolf" auch noch selbstironisch die Schwiegermutter ihres unglücklichen Verwandten.

Francesca von Habsburg, 48, Kunstsammlerin, vor allem aber international erfolgreiche Kunstproduzentin, ist schwer zu fassen. Auf zu vielen Klaviaturen scheint die vor Energie berstende Powerfrau zu fließend zu spielen. Zu viele Stereotype schieben sich einem vernebelnd in den Blick auf die durch die Welt hastende Kosmopolitin: das verwöhnte Töchterchen des Stahlbarons "Heini" Thyssen-Bornemisza, dessen Tochter aus der dritten von fünf Ehen sie ist. Das grelle Londoner Punk-Partygirl der achtziger Jahre. Die elitäre Erzherzogin, die in Mariazell geheiratet hat und Mutter dreier Kinder ist. Die Busenfreundin "böser Buben" wie der Künstler Dan Graham, John Bock und eben Schlingensief. Und ausgerechnet sie mischt nun die hermetische, eher konzeptuell ausgerichtet Kunstszene in Wien auf - mit ihrer 2002 gegründeten "Thyssen-Bornemisza Art Contemporary"-Foundation (T-B A21).

Zusammengefasst von Katherina Koester.

(Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von art)


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