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Kampfflugzeuge vor Hokkaido Japan wirft Russland Luftraumverletzung vor


Seit 65 Jahren streiten Japaner und Russen um die Hoheit über vier Kurilen-Inseln. Nun sollen zwei russische Kampfjets in den japanischen Luftraum eingedrungen sein. Russland dementiert die Vorwürfe.

Im Konflikt zwischen Japan und Russland um die Hoheit über vier Kurilen-Inseln hat es nach Angaben aus Tokio einen Zwischenfall mit der Luftwaffe gegeben: Zwei Jagdflugzeuge der russischen Streitkräfte vom Typ SU-27 seien am Donnerstag etwa eine Minute lang in den japanischen Luftraum vor Hokkaido eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Tokio mit. Sogleich seien vier japanische Maschinen aufgestiegen. Das Außenministerium schickte eine Protestnote nach Moskau. Es handele sich um den ersten derartigen Zwischenfall seit fünf Jahren.

Die russische Seite dementierte die angebliche Luftraumverletzung umgehend: Die Maschinen der Luftwaffe seien regelmäßig in der Region unterwegs und hielten sich ohne Grenzverletzung strikt an die internationalen Regeln, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti einen Sprecher der Militärregion Ost, Roman Martow.

Der Vorfall ereignete sich nach japanischen Angaben unweit der nördlichen Insel Hokkaido. Dort befinden sich einige Inseln, die in Folge des Zweiten Weltkriegs an die Sowjetunion gegangen sind. Japan fordert ihre Rückgabe. Russland bezeichnet die Inselgruppe als Südkurilen, Japan spricht von seinen Nördlichen Territorien. Der Streit verhindert seit 65 Jahren einen offiziellen Friedensvertrag zwischen den beiden einstigen Kriegsgegnern. Derzeit hält Russland Militärmanöver rund um die Kurilen ab. Im Juli hatte Ministerpräsident Dimitri Medwedew die Regierung in Tokio erzürnt, als er der entlegenen Inselkette einen Besuch abstattete.

Abe will mit Putin über die Rückgabe verhandeln

Japan beging am Donnerstag seinen traditionellen "Tag der Nördlichen Territorien". Ministerpräsident Shinzo Abe sagte auf einer dazu angesetzten Veranstaltung, er werde auf Verhandlungen mit Russland über die Rückgabe der Inseln dringen. Präsident Wladimir Putin habe er in einem Telefonat gesagt, er würde gerne daran arbeiten, eine für beide Seiten akzeptable Lösung "dieses letzten, noch verbliebenen Problems zwischen Japan und Russland" zu finden. Noch in diesem Monat wird der ehemalige japanische Regierungschef Yoshiro Mori in Moskau erwartet, um Territorial-Ansprüche zu besprechen.

Die insgesamt 56 Inseln der langgestreckten Kurilenkette werden seit Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig von Moskau kontrolliert, nachdem die vier südlichsten okkupiert wurden. Auf den Inseln befinden sich große Gold- und Silbervorkommen. Außerdem gibt es in den umliegenden Gewässern große Fischbestände. Auf den umstrittenen rund 5000 Quadratkilometer großen Inseln leben etwa 19.000 Menschen.

nw/AFP/Reuters Reuters

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