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Letztes Werk Schock in der Kunstszene: Gerhard Richter kündigt Rückzug an

Gerhard Richter
Gerhard Richter ist einer der bedeutendsten Künstler weltweit
© Rolf Vennenbernd / DPA
Es wird das letzte Werk eines großen Künstlers: Gerhard Richter gestaltete die Kirchenfenster im Kloster Tholey im Saarland. Am Donnerstag wird das Kunstwerk eingeweiht – es wird sein letztes sein.

Seine Werke haben alle Nummern. "Das fängt mit 'Tisch' als Nummer eins an. Und die Fenster haben Nummer 957", sagt Gerhard Richter. Mit Fenster meint er die Kirchenfenster im Kloster Tholey im Saarland, die am Donnerstag feierlich eingeweiht werden. Der Meister selbst wird nicht dabei sein. Dabei wird die Werknummer 957 die letzte sein.

Einen Tag vor der Einweihung der Kirchenfenster kündigte Richter seinen Rückzug an. "Ja, aus", sagt der 88-Jährige der Deutschen-Presse-Agentur und sorgt damit für einen Schock in der Kunstszene. Auch dass er sich künftig auf die Malerei beschränke, hält Richter für unwahrscheinlich. "Kann ich mir nicht vorstellen. Da müsste ja ein Wunder geschehen." Wenn er jetzt noch was mache: "Dann zeichne ich nur und mache Entwürfe für Ausstellungen. Kleinere Sachen."

Der Kölner Künstler zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern weltweit. Seine Objekte werden auf dem Kunstmarkt als teuerste Stücke eines noch lebenden Künstlers gehandelt. Mit seinem angekündigten Rückzug dürften die Preise weiter steigen.

Gerhard Richter ist mit letztem Werk "sehr zufrieden" 

Mit seiner voraussichtlich letzten Arbeit ist Richter sehr zufrieden. Und dass, obwohl er die drei Kirchenfenster, die jeweils 1,95 mal 9,30 Meter groß sind, nach dem Einbau noch nicht persönlich in Augenschein genommen hat. Er habe aber Fotos davon gesehen und sagt: "Ich bin sehr zufrieden damit, dass die das schön hingekriegt hat, die Werkstatt." Er wolle sich die Fenster in der sanierten Abteikirche anschauen, wenn es ihm gesundheitlich wieder besser gehe. "Das habe ich schon vor, wer weiß wann das geht."

Richter, der bekennender Atheist ist, hat bereits mehrere Kirchenfenster entworfen. Darunter ein 113 Quadratmeter großes Mosaikfenster für den Kölner Dom. Das Werk, dessen Herstellungskosten sich auf 400.000 Euro beliefen, war 2006 ein Geschenk des Künstlers an seine Heimatstadt. Auch die Fenster in Tholey führte Richter unentgeltlich aus. Die Material- und Herstellungskosten der Fenster trägt das Kloster. 

mai

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