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Google Doodle zum Geburtstag: Frida Kahlo, der kunstschaffende Blumentopf

Stolz, tapfer, unabhängig und schön selbst im Leiden, so hat sich Frida Kahlo stets präsentiert. Google ehrt die Künstlerin zu ihrem Geburtstag mit einem Doodle. Eigentlich 1907 geboren, legte Kahlo das Jahr 1910 als ihr Geburtsjahr fest.

Sie ist wohl die berühmteste Künstlerin Lateinamerikas: Stolz, tapfer, unabhängig und schön selbst im Leiden, so hat sich Frida Kahlo stets präsentiert. Als eigenwillige Malerin im Mexiko der 1930er und 40er Jahre, die auf die Liebschaften ihres Mannes Diego Rivera mit eigenen Affären reagierte. So ist sie zu einer Ikone der Frauenbewegung geworden und hat Rivera längst an Berühmtheit übertroffen.

Aber ihre Werke zeigen auch eine andere Seite: Eine zerrissene Persönlichkeit voller Abgründe, gefangen in einer entwürdigenden, selbstzerstörischen Beziehung zu einem 20 Jahre älteren Frauenhelden, der sie mit der eigenen Schwester betrog.

Erklärte das Jahr 1910 zu ihrem Geburtsjahr

Am 6. Juli würde Frida Kahlo ihren 100. Geburtstag feiern: Eigentlich 1907 geboren, legte sie ihr Geburtsjahr selbst auf 1910 fest - in Gedenken an die mexikanische Revolution. Ihr Vater, ein gebürtiger Deutscher, der nach Mexiko ausgewandert war, verdiente sein Geld überwiegend als Fotograf. Die Familie lebte in Coyoacán, damals ein Vorort von Mexiko-Stadt.

Stilbildend für Kahlos Kunst war jedoch ein Unglück im Jahr 1925: Frida Kahlo wurde bei einem Busunglück so schwer verletzt, dass die 18-Jährige immer wieder operiert werden musste. Zwar konnte sie später wieder laufen, litt aber Zeit ihres Lebens an den Folgen der Verletzungen. "Es hängt mir zum Hals heraus, so gebrechlich zu sein wie eine alte Frau. Ich führe ein Leben als Blumentopf und komme nicht über den Balkon hinaus; mir ist sooooo langweilig!", schrieb sie ihrem damaligen Freund Alejandro Gomez Arias. Und ihr Leid wurde zum Thema ihrer Kunst. Ihr Schaffen nahm einen ganz eigenen Weg zwischen Realismus, Symbolismus und Surrealismus.

1929 heiratete sie dann den berühmten mexikanischen Wandmaler Diego Rivera, der ihre eigene künstlerische Entwicklung unterstützte. Beeinflusst wurde Kahlo aber auch von Bekanntschaften mit Berühmtheiten ihrer Zeit wie Leo Trotzki, André Breton oder Nickolas Muray.

Politisches und Privates floss in Bilder ein

Viele ihrer Bilder drehten sich um ihr eigenes Leiden, doch konnte die Mona Lisa Mexikos auch ganz figürliche Gemälde liefern. Meistens jedoch bezieht sich Frida Kahlo in ihren Werken auf die frühe Kunst Mexikos, die der Azteken und der Mayas. In den Bildern finden sich soziale und politische Verweise, aber auch immer wieder solche aufs Privatleben der Künstlerin.

1938 und 1939 feierte Kahlo mit Einzelausstellungen in New York und Paris große Erfolge. Später unterrichtete sie an der Schule für Malerei und Skulptur des mexikanischen Ministeriums für Erziehung. Doch aufgrund ihrer schlechten gesundheitlichen Verfassung musste sie das Lehren nach einigen Jahren wieder aufgeben.

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin feiert den 100. Geburtstag von Frida Kahlo mit einer langen Nacht zu Ehren der mexikanischen Künstlerin. Die derzeit laufende Kahlo-Retrospektive und andere Ausstellungen im Haus sind am Dienstagabend bis Mitternacht geöffnet. Der Gropius-Bau zeigt die größte Retrospektive der Malerin, die es bisher in Deutschland gab. Bereits zur Halbzeit hatten mehr als 130.000 Menschen die Ausstellung besucht.

APN / APN