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30 Millionen Dollar? Gemälde von Frida Kahlo steuert auf Rekord bei Sotheby's zu

Ein Mitarbeiter von Sotheby's präsentiert ein Gemälde
Dieses von Sotheby's veröffentlichte Foto zeigt das Gemälde "Diego y yo" von Frida Kahlo, das im November versteigert werden soll
© AFP PHOTO / Courtesy of Sotheby's / AFP
Ein Bild von Frida Kahlo soll bei Sotheby's versteigert werden. Schon bei seiner letzten Auktion erzielte "Diego y yo" einen Rekordpreis – der dürfte jetzt um ein Vielfaches übertroffen werden.

Ein Bild von Frida Kahlo (1907-1954) wird bei einer Auktion womöglich Geschichte schreiben. Das Selbstporträt "Diego y yo" der mexikanischen Künstlerin könnte bei einer Versteigerung in New York mehr als 30 Millionen Dollar einbringen – umgerechnet etwa 25 Millionen Euro. Damit wäre es das teuerste je versteigerte Werk aus Lateinamerika, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Die Auktion ist für November geplant.

Das 1949 entstandene Bild zeigt die Künstlerin mit einem zweiten Porträt ihres Partners Diego Rivera auf der Stirn. Es war zuletzt 1990 für 1,4 Millionen Dollar versteigert worden – schon damals wurde Kahlo zur ersten Künstlerin aus Lateinamerika, von der ein Werk für mehr als eine Million Dollar versteigert wurde.

Frida Kahlo – bis heute die bekannteste Malerin Lateinamerikas

Frida Kahlo gilt bis heute als die bedeutendste Künstlerin Mexikos – und aus Sicht vieler Kunstexperten auch des gesamten lateinamerikanischen Kontinents. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren surrealistischen Selbstporträts.

Ihre Kunst ist geprägt von ihrer teils tragischen Lebensgeschichte: Als sie 18 Jahre alt war, erlitt Kahlo einen Busunfall, bei dem sie schwer verletzt wurde. Durch das Becken des Teeangers bohrte sich bei dem Unglück eine Stahlstange. Kahlo musste danach immer wieder längere Zeiten im Liegen verbringen oder trug ein Stahlkorsett oder einen Ganzkörpergips. Damals begann sie zu malen – als Zeitvertreib, und wohl auch, um den Unfall zu verarbeiten.

Das Unfall-Motiv und das Bild ihres verletzten Körpers zieht sich durch ihr gesamtes Werk. Ihre markanten Gemälde sind weltweit sehr populär, in ihrer Heimat Mexiko sind Kahlos Bilder heute als "nationales Kulturgut" eingestuft.

Kahlos Bild "Diego y yo" dürfte nicht nur wegen der Bekanntheit der Künstlerin einen solch hohen Preis bei der geplanten Sotheby's-Auktion erzielen. Auf dem internationalen Kunstmarkt steigen die Preise unter anderem für Gemälde seit Jahren drastisch an – in Zeiten niedriger Zinsen und hoher Verschuldung der Staaten hat sich Kunst zu einer begehrten Geldanlage entwickelt.

Der Trend, in Kunst Geld zu investieren, ist eine Form der aktuell sehr beliebten Investition in Sachwerte, die heute teils als bessere Anlagen gelten als klassische Finanzmarktprodukte. Vermögende Anleger erhoffen sich von Sachwerten wie beispielsweise Bildern oder auch Oldtimern inzwischen weitaus höhere Renditen als von Aktien und Anleihen. Die Preisspanne zwischen der Summe, die das Gemälde von Frida Kahlo im Jahr 1990 erzielt hatte und dem nun erwarteten Auktionserlös sind ein weitere Beleg für diesen Trend.

Quellen: dpa, "Börse am Sonntag", AD Magazin"

anb DPA

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