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Lucky Luke Seit 75 Jahren reitet der einsame Cowboy durch den Wilden Westen

Lucky Luke und Jolly Jumper sitzen über einer Partie Schach
Lucky Luke mit seinem treuen Begleiter Jolly Jumper. Das Pferd ist seit dem ersten Comic von 1946 dabei.  
© United Archives/IFTN / Picture Alliance
Vor 75 Jahren erschien der erste deutsche Lucky-Luke-Band im Egmont Ehapa Verlag. Die Comic-Reihe hat sich stets kritisch mit der eigenen Thematik auseinandergesetzt und begeistert seine Fans auf diese Weise bis heute. 

Er ist der berüchtigtste Held im Wilden Westen: Lucky Luke schießt schneller als sein Schatten und bleibt beim Anblick der größten Bösewichte gelassen. Am Sonntag feiert der Verlag Egmont Ehapa, bei dem die Lucky-Luke-Comics in Deutschland erscheinen, den 75. Geburtstag des Western-Helden. Seit Jahrzehnten reitet der "einsame Cowboy" durch die USA und schnappt Ganoven. 

Illustrator Morris zeichnete seinen Cowboy erstmals 1946

Als der belgische Zeichner Morris am 10. Oktober 1946 erstmals im Magazin "Spirou" einen Lucky-Luke-Comic veröffentlicht, sieht dieser noch etwas anders aus. Unter dem Hut mit ausladender Krempe lugt noch keine schwarze Haartolle hervor und Lucky Lukes Gesicht ist viel runder, als es in späteren Zeichnungen sein wird. Ein rotes Halstuch und die Weste über gelbem Hemd trägt er aber bereits.

In längerer Version erscheint die Geschichte "Arizona 1880" dann am 7. Dezember im "Almanach Spirou 1947". Deshalb sind sich Comicfans nicht ganz einig darüber, ob der Geburtstag ihres Helden denn nun im Oktober oder im Dezember sei.

Von Anfang an begleitet ihn sein Pferd Jolly Jumper, das ihn immer wieder aus brenzligen Situationen retten muss. Später kommen die vier Dalton-Brüder mit demselben kantigem Kinn bei unterschiedlicher Körpergröße hinzu, die ihm das Leben schwer machen wollen. Auch der Gefängnishund Rantanplan ist stets dabei.

Lucky Luke erreicht weltweiten Erfolg

Die ersten zehn Alben gestaltet Maurice de Bévère, wie Morris eigentlich heißt, alleine. Bis er bei einem mehrjährigem USA-Aufenthalt den späteren Asterix-Autor René Goscinny in New York kennenlernt. Die beiden arbeiten ab 1955 zusammen und Goscinny trägt entscheidend dazu bei, den Comic-Cowboy zu einem Erfolg zu machen.

Im Deutschen ist es der Übersetzerin Gudrun Penndorf zu verdanken, dass Lucky Luke so schlagfertig ist. Für den Verlag Egmont Ehapa übersetzte sie nach dessen Angaben mehr als 60 Bände von Lucky Luke sowie viele Asterix-Bände. Dafür erhielt sie diesen Oktober den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sonderpreis Gesamtwerk Übersetzung.

Als Goscinny 1977 stirbt, arbeitet Morris mit anderen Autoren zusammen. Wie es sich für einen Comic-Helden gehört, altert Lucky Luke nicht, aber er verändert sich. Die Zigarette, die ihm jahrzehntelang zwischen den Lippen hängt, ersetzt Morris 1983 durch einen Grashalm. Dafür wird der Zeichner fünf Jahre später von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Medaille ausgezeichnet.

2001 stirbt Morris im Alter von 77 Jahren in Brüssel. Er hinterlässt insgesamt 87 Bände von Lucky Luke, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Die Erfolgsgeschichte zeichnet der Franzose Achdé weiter. Und mit Lucky Lukes voranschreitendem Alter wird es Zeit für Modernisierung.

Modernisierung schreitet voran 

Schließlich ist dieser zwar ein netter Cowboy, der sich gut mit den amerikanischen Ureinwohnern versteht und zwischen ihnen und weißen Soldaten vermittelt. Aber Cowboys waren Teil der weißen Siedler, die Indigene verdrängten und töteten.

Um die Geschichte der USA rund um Sklaverei und Rassismus in Lucky Lukes Abenteuer einzubringen, kreieren Achdé und der französische Autor Jul vergangenes Jahr erstmals eine tragende Rolle für einen Afroamerikaner. Neben Lucky Luke hat der Sheriff Bass Reeves den Finger am Abzug und gemeinsam kämpfen sie gegen den Ku-Klux-Klan.

Der 75. Geburtstag des Comic-Helden inspirierte nun weitere Comiczeichner wie Ralf König zu eigenen Interpretationen. Und so wird der Cowboy wohl noch eine Weile durch die Prärie reiten.

Ein frisches Tattoo auf Haut zeigt tanzenden Clown

Sehen Sie im Video: Der kanadische Tattoo-Künstler Phil Berge hat für einen Animations-Clip über 70 Menschen gestochen. Inspiriert wurde er dabei aus den Comicfilmen von "Betty Boop".

jus DPA

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