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M. Beisenherz - Sorry, ich bin privat hier: Klopp for the Kop. Endlich Liverpöhler!

Fußball-Fan Micky Beisenherz jubelt über Klopps Wechsel nach Großbritannien. Denn: Liverpool ist für Dortmund wie "The Office" für "Stromberg" - das englische Original.

Eine Kolumne von Micky Beisenherz

Micky Beisenherz zu Jürgen Klopp

Klopp in Liverpool: stern-Autor Micky Beisenherz hat es längst gewusst.

Ich will nicht sagen, dass ich es schon vor Monaten gesagt habe, aber: Ich hab es schon vor Monaten gesagt. Klopp wechselt zu Liverpool. Ist jetzt ein - wie der geschätzte Kollege Oli Hilbring sagt - "Liverpöhler". (Hihihi) Dass ich das so lange schon gesagt habe, ist weniger meinem überbordenden Fachwissen geschuldet, als dem tiefsitzenden Wunsch, er möge doch bitte zur englischen Filiale wechseln. Liverpool ist für Dortmund wie "The Office" für "Stromberg" - das englische Original.

Und beide auf ihre Art gleich gut. Es wird auf den Rängen mit "You'll Never Walk Alone" sogar derselbe Song gesungen. In Liverpool möglicherweise etwas textsicherer. Aber verbrieft ist das auch nicht. Der Club aus Nordengland ist ein traditionsreicher Arbeiterverein mit Champions-League-Ambitionen und außergewöhnlicher Stimmung. Sagt man etwas gegen den Verein, ist das streng genommen schon das Verletzen religiöser Gefühle. Fühlt sich für uns Fans also an, als hätte Kloppo den BVB nie verlassen.

Klopp hat Botschafter-Qualitäten

Gut, der LFC spielt in Rot, das ist für den gemeinen Borussen etwas abstoßend. Andererseits: Dass Dortmunder plötzlich in Rot auflaufen, das kennen wir schon. Kloppo und die Reds - das passt. England ist das Mutterland des Fußballs. Und des Rinderwahns. Er kann sich also künftig an der Seitenlinie ein wenig austoben, ohne dass jemand groß Notiz davon nehmen dürfte.

Außerdem hat man in Liverpool Humor - sonst hätte man gewiss nicht Balotelli geholt (der glücklicherweise schon wieder in Mailand spielt). Ohnehin, das mit dem Humor. Mit Jürgen Klopp schicken wir wohl unseren unterhaltsamsten Trainer auf die Insel. Das hat schon fast Botschafter-Qualitäten! Ein Deutscher mit Humor! Das war für Engländer bislang so exotisch wie Sonnenmilch.

Gerade jetzt, wo den Deutschen in Gestalt von Merkel überraschend die Herzlosigkeit abhanden gekommen ist, dürfte ein humorvoller Deutscher wohl endgültig dafür sorgen, dass die Briten vom Glauben abfallen. Gut, andererseits haben die Engländer einen Premierminister, der ein Schwein gevögelt hat - wir sollten da nicht zu sehr verkrampfen.

Wir sind stolz auf "unseren Jürgen"

Was das Image der Deutschen als Fußballtrainer angeht, kann Klopp ebenfalls einiges an Boden gut machen. Der letzte, den wir ins Königreich entsandt hatten, war Felix Magath - und der kam nicht nur den Londonern vor, als wäre es eine späte Rache für Bomber Harris. Nein, das mit dem schwäbischen Exportschlager und Liverpool kann tatsächlich funktionieren. Menschlich ohnehin. Wenn die Vereinsführung ihren neuen Manager mit weitreichenden Befugnissen ausstattet, wird auch sportlich Großes entstehen, der so lang ersehnte und unlängst nur knapp verpasste Meistertitel wahr werden.

Man darf nicht vergessen, dass der Erfolg von Borussias Erwecker auch ein Verdienst der schlanken Führungsstruktur beim BVB gewesen ist. Und der Fans natürlich. Fühlen wir uns alle nicht gerade ein wenig stolz, weil "unser Jürgen" jetzt beim großen FC Liverpool gelandet ist? Fast so, als hätten wir ihn zu dem gemacht, was er ist. Die Wahrheit ist: Wir haben uns gegenseitig zu dem gemacht, was wir sind.

"BVB? Musst Du im englischen Original gucken!"

Klopp kann ein Defibrilator sein für einen ergrauenden Riesen, und nicht wenige schwarzgelbe Fans fragen jetzt schon in ihrem Viertel, welche Kneipe künftig die Spiele des FC Liverpool überträgt. "BVB? Musst Du im englischen Original gucken!" Vielleicht holt "Dortmund" zumindest in der Premier League die Meisterschaft. Eine Liga, in der die Bayern nicht spielen, lässt einen Mindestspielraum für Überraschungen an der Tabellenspitze.

Ein Trennungsjahr ist im Fußball schnell rum. Als der Mann mit der Pöhler-Kappe vor wenigen Monaten seinen Platz im Westfalenstadion räumte, wollte er eigentlich ein Jahr gar nicht arbeiten - aber das schafft man wohl nur als EU-Parlamentarier oder Modeblogger. Und wenn er uns schon verlassen musste, dann wenigstens zum LFC. Ich will ehrlich sein: Im Grunde genommen sind wir einfach nur alle froh, dass Klopp (noch) nicht zu den Bayern wechselt. Aber Thorsten Legat ist möglicherweise bald wieder auf dem Markt.

Viel Erfolg, Kloppo.

You'll Never Walk Alone.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.