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Popstar Billie Eilish: Darum ist es nicht schlimm, dass die jungen Leute ständig am Handy hängen

Billie Eilish
Billie Eilish 
© DFree / Shutterstock.com
Jugendliche hängen nur noch am Smartphone? Stimmt, sagt Billie Eilish - und schwärmt von den Möglichkeiten der sozialen Medien. Gleichzeitig sieht sie aber auch Gefahren - und nimmt die Schulen in die Pflicht.

Sie ist der größte Popstar ihrer Generation: Billie Eilish hat mehr als 40 Millionen Tonträger verkauft. Ihr Debütalbum "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" stand in den USA und Großbritannien an der Spitze der Charts. Für ihre Musik bekam sie bereits 253 Platin- und 78 Goldene Schallplatten, gewann fünf Grammys und bekam die Ehre, für den neuen James-Bond-Film "No Time To Die" den Titelsong beizusteuern.

Ganz schön viel für eine 18-Jährige. Kein Wunder, sie als Stimme der nach 2000 geborenen Jugendlichen gilt und gerne zur Erklärung für das Verhalten dieser Generation herangezogen wird. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sprach Eilish über das mediale Verhalten ihrer Altersgenossen, denen ja häufig vorgeworfen wird, sie hingen den ganzen Tag am Smartphone und seien "digitale Junkies". 

Dem setzt die Sängerin ein deutlich optimistischeres Bild entgegen: Es gibt viele Vorurteile, wie die angebliche Besessenheit von sozialen Medien und von Likes. Was, wie Eilish einräumt, zu einem gewissen Grad sogar zutreffe. "Aber wir jungen Menschen sind ziemlich schlau, und ich habe das Gefühl, dass ich durch meine eigene Art, das Internet und damit auch die Lernprozesse anderer Leute zu sehen, schon sehr viel Hoffnung verspürt habe."

Billie Eilish ist mit sozialen Medien aufgewachsen

Mit mehr als 75 Millionen Followern in den drei Netzwerken Instagram, Twitter und Facebook kennt Billie Eilish sich mit dem Thema aus. Sie ist insbesondere von den politisch-gesellschaftlichen Möglichkeiten der sozialen Medien überzeugt. "Ein einziger Klick ermöglicht es dir, etwas über die Welt zu lernen und vielleicht das Gefühl zu bekommen, etwas bewegen zu können, und Menschen, die man liebt, zu unterstützen, und für andere Menschen und für sich selbst zu kämpfen." Konkret meint sie damit Protestaktionen wie "Black Lives Matter" oder "Fridays for Future": "Ich fand toll zu sehen, wie Menschen einfach ihre Unterstützung zeigen, selbst wenn es nicht um sie selbst geht."

James Bond mit Waffe

Bei allem Optimismus verliert die Sängerin aber auch die Schattenseiten der medialen Gesellschaft nicht aus den Augen, etwa Cyber-Mobbing. "Man sollte niemals zulassen, dass furchtbare Menschen einem das Gefühl geben, dass man keine Bedeutung hat", sagt sie. "Das Internet sollte einen nie dazu bringen, sich so zu fühlen." 

Damit das erreicht wird, sieht Billie Eilish das Bildungssystem in der Verantwortung: "Ich denke daher wirklich, dass es so etwas wie Internet-Unterricht geben sollte, damit man lernt, wie man mit dem Internet und Mobbing zurechtkommt, und sich nicht davon besessen fühlt oder sich sein Leben ruinieren lässt."

Verwendete Quelle: DPA

che

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