HOME

Brit Awards: Nachwuchskünstler dominieren die Preisverleihung

Neue Namen haben bei der diesjährigen Verleihung der Brit Awards triumphiert. Zu den großen Gewinnern zählen Franz Ferdinand und die Scissor Sisters. Doch es gab auch Enttäuschungen.

Die schottischen Art-Rocker Franz Ferdinand, die Disco-Diven Scissor Sisters und die Boy-Band McFly räumten am Mittwoch im Londoner Earl’s Court in den wichtigsten Kategorien der von der britischen Plattenindustrie verliehenen Preise ab. Den Sonderpreis zum 25-jährigen Bestehen der Brit Awards gewann allerdings Robbie Williams: Sein "Angels" wurde zum besten Song des vergangenen Vierteljahrhunderts gewählt.

Bei der Entgegennahme des Preises, seinem 15. Brit Award, sagte Williams: "Ich bin einfach erstaunt, dass meine Karriere immer noch anhält." Gemeinsam mit Kollegin Joss Stone sang Williams - im neuen Kurzhaarschnitt - anschließend "Angels" im Duett.

Drei Preise für die Scissor Sisters

Die Scissor Sisters aus New York, die mit ihrem nach ihnen selbst benannten Debütalbum lange die britischen Charts anführten, gewannen drei Preise: Internationale Newcomer, Beste internationale Gruppe und bestes internationales Album. Sie eröffneten den Abend mit einem extravaganten Auftritt, für den sie golden glitzernden Rieseneiern entstiegen und mit einem meterhohen, rosafarbenen Hahn tanzten.

Franz Ferdinand wurden zur besten britischen Gruppe und zum besten britischen Rock-Act gekürt. McFly setzten sich als bester Pop-Act gegen Westlife, Natasha Bedingfield, Girls Aloud und Avril Lavigne durch.

Muse überzeugten als Live-Act

Die erst 17-jährige Souldiva Joss Stone freute sich über die Auszeichnungen als beste britische Solokünstlerin und bester Urban Act. Zum besten britischen Solokünstler wurde Rapper Mike Skinner alias The Streets gewählt - mit 26 Jahren und bereits zwei veröffentlichten Alben fast schon ein Veteran. Die Soft-Rocker Keane bekamen zwei Preise: einen als britische Newcomer, den anderen für "Hopes And Fears" als bestes britisches Album. Muse nahmen den Preis als bester britischer Live-Act mit nach Hause, und "Pop-Idol" Will Youngs Lied "Your Game" gewann den Preis als beste britische Single.

Gwen Stefani schlug in der Kategorie bester weiblicher internationaler Act die Konkurrenz von Anastacia, Kylie Minogue, Kelis und Alicia Keys aus dem Feld. Rap-Star Eminem siegte bei den Männern in der Kategorie international.

Nur Weiße unter den Gewinnern

Nachdem Musiker wie Jamelia mit drei Nominierungen, Alicia Keys, Lemar, OutKast und Usher leer ausgingen, sind alle diesjährigen Gewinner der Brit Awards Weiße. Auch die Hoffnungen von Natasha Bedingfield, die sogar für vier Preise nominiert war und die bei der Gala gemeinsam mit Bruder Daniel ein Duett zum besten gab, und der Band The Libertines wurden enttäuscht.

Für sein Lebenswerk wurde Bob Geldof geehrt. Der 53-Jährige hat mit seinen Band-Aid- und Live-Aid-Projekten Millionen für gute Zwecke gesammelt. Das frühere Mitglied der Boomtown Rats setzte mit den Titeln "Rat Trap" und "I Don’t Like Mondays" den Schlusspunkt des glanzvollen Abends.

Die Brit Awards gehören neben den Grammys zu den bedeutendsten Popmusik-Preisen. Mehr als 1.000 Vertreter der Plattenindustrie, Produzenten, Journalisten, Discjockeys und Einzelhändler entscheiden jedes Jahr über die Vergabe der Auszeichnungen.

Jill Lawless/AP / AP