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Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf: "Am Arsch von der Welt liegt ...

... Düsseldorf!" Viele Fans des Eurovision Song Contest tun sich nach wir vor mit der Entscheidung für Düsseldorf schwer. Mit Spott und Häme wird in Foren nicht gespart. Zu Unrecht! Düsseldorf war die logischste, und damit die einzig richtige Wahl.

Ein Kommentar von Jens Maier

Beim Refrain wird am heftigsten mitgeschunkelt: "Am Arsch von der Welt liegt Düsseldorf", heißt es in einem Kölner Karnevalslied, in dem sich die Domstädter über ihre Konkurrenten am Rhein lustig machen. Seit der Bekanntgabe der Entscheidung der ARD, den Eurovision Song Contest (ESC) 2011 in Düsseldorf stattfinden zu lassen, stimmen auch Grand-Prix-Fans aus Berlin, Hamburg und Hannover in die Häme mit ein. In den vergangenen zehn Jahren wurde das Event bis auf eine Ausnahme (Istanbul 2004) immer in der jeweiligen Hauptstadt ausgetragen. Ausgerechnet im größten Teilnehmerland, Deutschland, finde der Contest in der Provinz statt, lautet die Kritik. Doch allem Spott zum Trotz: Düsseldorf ist die logischste, und damit die einzig richtige Entscheidung.

Keiner der drei Mitbewerber hat es fertig gebracht, eine akzeptable Halle für das mit 120 Millionen Fernsehzuschauern größte Musikereignis der Welt anzubieten. Hamburg und Hannover wollten den ESC in ihre Messehallen verfrachten - der Grand Prix als Pausenfüller zwischen Hochzeits- und Hörgeräteakustikmesse. Nicht nur unwürdig, sondern aus Platzgründen auch untauglich: Weniger als 11.000 Zuschauer hätten reingepasst, im Vergleich zu Oslo hätte die Bühne verkleinert werden müssen. In Berlin sollte der ausrangierte Flughafen Tempelhof die Platzprobleme lösen. Eigens für den ESC wäre dort ein riesiges Zelt errichtet worden. Erfahrungen mit Konstruktionen dieser Art gibt es bislang allerdings nur wenige. Ein Experiment. Auch unter Sicherheitsaspekten ein zu riskantes.

Nicht weil sie die tollste Stadt Deutschlands ist, sondern weil sie mit der Esprit-Arena die beste Halle der Bewerberstädte angeboten hat, ist Düsseldorf jetzt der Austragungsort des ersten ESC in Deutschland seit 28 Jahren. Eine rationale Entscheidung, mit der sich viele Fans schwertun. "Wenn Buxtehude sich mit einer noch größeren Halle beworben hätte, müssten wir im nächsten Jahr wahrscheinlich dorthin fahren", spottet ein Fan in einem der vielen Fanforen im Internet. Viele andere Diskussionsteilnehmer stimmen in die Häme mit ein. "Ich will wieder nach Oslo", schreibt sogar einer.

Düsseldorf braucht sich hinter der norwegischen Hauptstadt allerdings nicht zu verstecken. Weder ist es kleiner - beide haben mit 586.000 Bewohnern sogar exakt die gleiche Einwohnerzahl, noch werden die karnevalserprobten Rheinländer es an Feierlaune und Stimmung fehlen lassen. Denn Düsseldorf liegt gesanglich nicht nur am "Arsch der Welt", sondern hat auch "die längste Theke der Welt".

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