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Konzertveranstalter: Festivalmarkt ist überhitzt, Gagen zu hoch

Marek Lieberberg, Veranstalter des Open-Airs "Rock am Ring" macht sich Luft: Seiner Meinung nach ist der Markt für Rock-Festivals in Deutschland finanziell überhitzt. Seit der Euro-Einführung hätten sich die Gagenforderungen verdoppelt.

Der Markt der Rock-Festivals in Deutschland ist nach Aussage des "Rock am Ring"-Veranstalters Marek Lieberberg finanziell überhitzt. "Seit der Euro-Bargeld-Einführung (2002) haben sich die Gagenforderungen verdoppelt. Das ist eine sehr schlechte Entwicklung", sagte der 58-Jährige am Rande des größten deutschen Rockfestivals an der Rennstrecke Nürburgring (Eifel). Als Folge seien auch die Ticketpreise für Konzertbesucher allgemein deutlich gestiegen, ergänzte Lieberberg.

Branche vor Marktbereinigung

Finanzieller Maßstab sei der florierende Konzertmarkt in Großbritannien und den USA - "dort ist das internationale Musikgeschäft zu Hause". Allerdings gebe es in Deutschland auch etliche Konzertveranstalter, die eindeutig zu hohe Gagen zahlten. "Sie können nicht kalkulieren. Die kommen und gehen. Da werden noch einige große Luftblasen platzen - es wird eine notwendige Marktbereinigung geben", sagte der Chef der Frankfurter Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH & Co. KG, die nach eigenen Angaben deutscher Marktführer ist.

Lieberberg selbst zeigte sich mit dem diesjährigen Doppelfestival "Rock am Ring" in der Eifel und "Rock im Park" in Nürnberg auch finanziell zufrieden. Hauptzugpferde sind die Red Hot Chili Peppers und Die Toten Hosen. Am Nürburgring rechnet er bei einem Kostenaufwand von 6,5 Millionen Euro mit einem Gewinn von 300.000 bis 350.000 Euro. In Nürnberg sollte es dagegen bei Ausgaben von 5 Millionen Euro für etwa 40.000 Besucher "auf eine schwarze Null" hinauslaufen, sagte Lieberberg, der seit dreieinhalb Jahrzehnten im Geschäft ist.

DPA