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Terroralarm auf Festival: "Rock am Ring": AfD gibt Merkel die Schuld am Festival-Abbruch

Das Festival "Rock am Ring" wurde am Freitagabend wegen Terroralarm zeitweise abgebrochen. Kurz darauf meldete sich die AfD zu Wort - und gibt Angela Merkel die Schuld. Außerdem gab es Zuspruch für Lieberbergs Wutrede.

Veranstalter Marek Lieberberg erklärt Journalisten seine Sicht der Dinge auf die Unterbrechung von "Rock am Ring"

Das Musikfestival "Rock am Ring" wurde am Freitagabend wegen einer "terroristischen Gefährdungslage" unterbrochen - rund 90.000 Besucher mussten innerhalb einer Viertelstunde das Festivalgelände räumen. Die Auftritte der Headliner-Bands Rammstein und Marteria wurden abgesagt.

AfD gibt Kanzleramt die Schuld

Obwohl die Situation am Freitagabend noch völlig unklar war, trat die AfD auf Facebook nach. So gab die Partei Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt die Schuld an dem Vorfall: Sie wälze "die Auswirkungen ihrer fatalen Politik auf die Zivilgesellschaft, also uns Bürger ab. Fakt ist, dass unsere Lebensweise Stück für Stück zerstört wird."

Der Terrorismus sei allgegenwärtig, "Volksfeste werden abgesagt, Märkte mit Betonklötzen vor Terroristen geschützt, die diese mit Fahrzeugen angreifen könnten", schreibt die AfD. Im Kanzleramt herrsche "Realitätsverweigerung" und "vollends fehlende Selbstkritik". Dann biedert sich die AfD an die Festivalbesucher an: "Wir rocken Deutschland, damit nicht nur Rock am Ring wieder sicherer wird."

AfD applaudiert Lieberberg

Festival-Organisator Marek Lieberberg sorgte am Freitagabend mit einer Wutrede für Aufsehen. In einer Pressekonferenz kritisierte der erfahrene Eventmanager die Behörden und bezeichnete sich selbst als "Prügelknaben". Zur allgemeinen Terrorgefahr sagte er: "Es muss Schluss sein mit 'This is not my islam' (...). Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten. Ich habe bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben 'Was macht ihr da eigentlich?'. Und ich möchte haben, dass in dem Land etwas geschieht. Dass Gefährder beispielsweise auch festgenommen werden (...)."

Ruhig und gelassen haben die Besucher von Rock am Ring das Gelände nach der Terrorwarnung verlassen


Marek Lieberberg in die rechte Ecke stellen zu wollen, wie es einige Kommentatoren im Internet machen, ist absurd. Ihm hätte aber bewusst sein müssen, wie diese Sätze in einigen Kreisen gefeiert werden. Die AfD applaudierte dem "Rock am Ring"-Organisator prompt auf Twitter und schrieb: "Nein, er 'rastet nicht aus', sondern spricht nur das aus, was jeder vernunftbegabte Mensch längst denkt!"

Verdächtige hatten Verbindung zu Islamisten

Im Fokus der Ermittler standen den Behörden zufolge drei Verdächtige aus Hessen, von denen mindestens einer Verbindungen in den Bereich des "islamistischen Terrorismus" haben soll.

Die Verdächtigen besaßen Helfer-Ausweise und hatten damit Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen des Festivalgeländes. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte deshalb am Freitagabend ein Ermittlungsverfahren wegen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags eingeleitet. Die drei Männer wurden vorläufig festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht, der Verdacht konnte sich aber nicht erhärten. Die drei Verdächtigen wurden mittlerweile freigelassen.

Die Tore zum Festivalgelände "Rock am Ring" wurden am Samstag um 13.30 Uhr wieder geöffnet.