HOME

Namensstreit: Lieberberg darf Festival weiter mit "Rock am Ring" bewerben

Nun also doch: Konzertveranstalter Marek Lieberberg darf auch seine künftigen Festivals "Rock am Ring" nennen. Das Koblenzer Oberlandesgericht hob die erstinstanzliche Entscheidung aus dem Juni auf.

Seinen Namen darf das Festival "Rock am Ring" behalten - trotzdem wird es 2015 nicht mehr am Nürburgring stattfinden

Seinen Namen darf das Festival "Rock am Ring" behalten - trotzdem wird es 2015 nicht mehr am Nürburgring stattfinden

Konzertveranstalter Marek Lieberberg darf alleine über den Titel "Rock am Ring" verfügen. Die Nürburgring-Gesellschaft dürfe Lieberberg nicht verbieten, ein Musik-Festival mit dieser Bezeichnung anzukündigen, zu bewerben oder zu veranstalten, urteilte am Freitag das Koblenzer Oberlandesgericht.

Die Richter hoben damit eine erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Koblenz vom Juni in dem Eilverfahren zu dem Streit auf. Das Landgericht hatte damals zunächst entschieden, dass Lieberberg nur mit Zustimmung der Nürburgring GmbH eine Veranstaltung unter dem strittigen Titel abhalten dürfe.

Seit 1985 hatte "Rock am Ring" am Nürburgring stattgefunden, Anfang Juni dieses Jahres allerdings zum letzten Mal. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich Lieberberg und der Automobilzulieferer Capricorn, der den Nürburgring im März gekauft hatte, auf weitere Festivals nicht hatten einigen können. Zugleich hatte Capricorn ein neues Musik-Großereignis mit einem anderen Konzertveranstalter für das nächste Jahr am Ring angekündigt.

Eidesstattliche Versicherungen ausschlaggebend

Lieberberg hatte im Gegenzug bekanntgegeben, "Rock am Ring" in Zukunft an einem anderen Ort weiterbetreiben zu wollen. Dagegen war der Sanierungsgeschäftsführer der insolventen Nürburgring-Gesellschaft per einstweiliger Verfügung vorgegangen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Richter am Oberlandesgericht waren den Angaben zufolge eidesstattliche Versicherungen von früheren Beteiligten am Festival. Ein ehemaliger Geschäftsführer der Nürburgring GmbH sowie ein dritter Mitveranstalter des ersten "Rock am Ring"-Festivals 1985 hätten angegeben, dass die Beteiligten schon damals vereinbart hätten, dass die Bezeichnung "Rock am Ring" alleine der Konzertagentur MaMa Concerts zustehen müsse, deren Mitgesellschafter Lieberberg damals gewesen war.

Lieberberg will neuen Standort bekannt geben

Die Berechtigung aus dieser Vereinbarung sei später an Lieberbergs eigene Konzertagentur übergegangen, als dieser MaMa Concerts verlassen habe. Lieberberg kündigte nun an, in Kürze den neuen Standort für sein "Rock am Ring"-Festival im kommenden Jahr bekanntzugeben. Die Nürburgring-Gesellschaft erklärte, sie behalte sich vor, nach dem verlorenen einstweiligen Verfügungsverfahren Klage zum Hauptsacheverfahren einzureichen.

mod/AFP / AFP