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Protest: Auch Pianist Igor Levit gibt seinen Echo zurück

Igor Levit will seinen Echo Klassik nicht behalten. Für den Pianisten ist es nach eigenen Angaben unerträglich, dass die Echo-Jury mit der Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang antisemitischen Parolen eine Plattform gegeben hat.

Igor Levit Echo

Vier Jahre nach seiner Auszeichnung gibt Igor Levit seinen Echo nun zurück

DPA

Die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat für Empörung in der Musikwelt gesorgt. Die Stars sind am vergangenen Donnerstag für ihr als antisemitisch kritisiertes Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" ausgezeichnet worden. Aus Protest gegen diese Auszeichnung hat nun auch Pianist Igor Levit seinen Echo zurückgegeben.

Die Vergabe an die beiden Rapper sei für ihn "ein vollkommen verantwortungsloser, unfassbarer Fehltritt der Echo-Jury und gleichzeitig auch Ausdruck für den derzeitigen Zustand unsere Gesellschaft", schrieb Levit auf Twitter. "Antisemitischen Parolen eine solche Plattform und Auszeichnungen zu geben, ist unerträglich." Levit hatte 2014 einen Echo-Klassik erhalten.


Das Album von und Farid Bang enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow".

Maffay fordert Rücktritt der Echo-Verantwortlichen

Zuvor hatte bereits der Musiker und Grafiker Klaus Voormann den erst vor wenigen Tagen überreichten Echo für sein Lebenswerk zurückgegeben. Auch das Notos Quartett aus Berlin hat erklärt, seinen Echo Klassik vom vergangenen Herbst zurückzugeben. Der Sänger Peter Maffay forderte die Verantwortlichen zum Rücktritt auf. Auch andere Musiker und Kulturschaffende machten ihrem Unmut Luft. Der Bundesverband Musikindustrie kündigte angesichts der Proteste an, das Konzept des Preises zu überarbeiten.


fri / DPA
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