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USA: Keine Chance für Anti-Kriegssongs

Amerikanische Countrystars wie Willie Nelson oder die Dixie Chicks haben es mit ihrer Kritik an der Irak-Politik ihres Landes immer noch schwer. Ihre Anti-Kriegssongs werden von den Country-Sendern gemieden.

Willie Nelson und andere US-Country-Stars, die den Irak-Krieg ablehnen, können ihre Songs zu diesem Thema praktisch nur bei Konzerten oder auf CDs zu Gehör bringen. Amerikas ebenso zahlreiche wie populäre Country-Musik-Sender legen Anti-Kriegslieder nach US-Zeitungsberichten vom Donnerstag nicht auf.

Dafür sind dort jede Menge patriotische Songs von Kriegsbefürwortern wie dem beliebten Country-Musiker Toby Keith zu hören, berichtete die "Chicago Tribune". Kritische Songs von Nelson, Darry Worley, den Dixie Chicks oder Charlie Daniels hätten im Massenmedium Country-Hörfunk keine Chance.

"Hörerschaft unterstützt das Militär im Irak"

Die Marktforschung der Sender habe ergeben, dass "die Hörerschaft das Militär im Irak unterstützt und sie deshalb mit solchen Songs nichts zu tun haben will", hieß es bei der Firma Bullseye Marketing, die für 32 Country-Sender Hörerumfragen auswertet. Derweil nehmen etliche US-Musiker, die den Irak-Krieg ablehnen, in Anzeigen gegen den Vorwurf Stellung, sie seien keine Patrioten.

"Ich bin keine Amerikanerin, die Politik mit Patriotismus verwechselt", erklärte Chicks-Leadsängerin Natalie Maines in einer doppelseitigen Anzeige im liberal eingestellten Musikmagazin "Rolling Stone". "Ich bin eine Amerikanerin, die unser Land liebt, weil es uns allen die Freiheit garantiert, Entscheidungen der Regierung abzulehnen."

Sturm der Entrüstung über die Dixie Chicks

Die Dixie Chicks hatten kurz vor Beginn des Irak-Krieges deutliche Kritik am Kriegskurs von Präsident Bush geäußert. Sie ernteten dafür einen Sturm der Entrüstung in der vollkommen auf einen Krieg eingestimmten US-Öffentlichkeit. Ihre Songs wurden damals schon aus den meisten Radiosendern verbannt.

DPA / DPA