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Richard-Wagner-Festspiele: Merkel zeigt in Bayreuth Mut zur Farbe

Angeführt von Angela Merkel sind in Bayreuth die Wagner-Festspiele eröffnet worden. Die Kanzlerin kam durchgestylt in blau, TV-Entertainer Thomas Gottschalk war für seine Verhältnisse fast schon brav gekleidet.

Kanzlerin Angela Merkel und Ehemann Joachim Sauer bei den Bayreuther Festspielen

Kanzlerin Angela Merkel und Ehemann Joachim Sauer wurden in Bayreuth mit freundlichem Applaus empfangen

Mit viel Prominenz sind am Samstag die 104. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth eröffnet worden. Die Liste der Premierengäste wurde angeführt von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Vom freundlichen Applaus der etwa 1500 Schaulustigen empfangen, schritt die Kanzlerin an der Seite ihres Mannes Joachim Sauer sichtlich entspannt über den roten Teppich. Auch Entertainer Thomas Gottschalk und Gloria von Thurn und Taxis zählten zu den Gästen.

Die Festspielchefinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier zeigten sich den Schaulustigen und den zahlreichen Fotografen und Kameraleuten nicht. Die beiden blieben im Inneren des Festspielhauses. Katharina Wagner hatte an diesem Tag allerdings noch andere Herausforderungen zu meistern: Sie führte Regie bei der diesjährigen Bayreuther Neuproduktion "Tristan und Isolde". Es ist ihre zweite Inszenierung in Bayreuth nach den "Meistersingern von Nürnberg" im Jahr 2007. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Christian Thielemann.

Merkel schreibt gut gelaunt Autogramme

Stephen Gould und Evelyn Herlitzius sangen die Hauptrollen. Bereits nach dem ersten Akt gab es im Festspielhaus riesigen Applaus für die Sänger. Katharina Wagner zeigte eine düstere Inszenierung, in der die Liebe von Anfang an zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Die Bühne ist gefüllt mit einer riesigen labyrinthischen Konstruktion. Tristan und Isolde finden dort nicht zueinander - Treppen brechen weg, Wege sind versperrt.


Vor der Aufführung wurden die prominenten Gäste vor dem Festspielhaus von Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und Ehemann Thomas Erbe begrüßt. Kanzlerin Merkel lächelte und schrieb einige Autogramme. Sie trug einen türkisfarbenen Zweiteiler.

Kanzlerin Angela Merkel trägt zur Eröffnung der Bayreuther Wagner-Festspiele blaue Schuhe

Türkisfarbener Zweiteiler, blaue Schuhe: Kanzlerin Angela Merkel bewies in Bayreuth Mut zur Farbe

Pünktlich zu ihrer Ankunft erklang bei freundlichem, aber windigem Wetter die erste Fanfare vom Balkon des Festspielhauses.

Stammgast Gottschalk führt lange Promi-Liste an

TV-Urgestein Thomas Gottschalk, häufiger Gast am Grünen Hügel, kam gemeinsam mit Ehefrau Thea und wurde mit großem Jubel empfangen. Der Entertainer ging zu seinen Fans und schrieb Autogramme. Er trug ein weiß-graues Sakko und Fliege. Auch andere prominente Gäste gaben sich ein Stelldichein: Gloria Fürstin von Thurn und Taxis zeigte sich in einem cremefarbenen Hosenanzug und mit weißen Handschuhen. Freundlichen Beifall gab es für die ehemaligen Skistars Rosi Mittermeier und Christian Neureuther. Auch das Schauspielerpaar Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer war unter den prominenten Gästen, ebenso die Schauspielerinnen Michaela May und Andrea Kathrin Loewig.

Thomas Gottschalk und seine Frau Thea bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele

Regelmäßiger Gast bei den Bayreuther Festspielen: TV-Entertainer Thomas Gottschalk und seine Ehefrau Thea


Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit Ehefrau Karin kam ebenso zur Premiere wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) oder der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) machte ein Selfie von sich und Ehefrau Karin auf dem roten Teppich.

2014 setzte Merkel aus

Kanzlerin Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer gelten als große Anhänger der Werke von Richard Wagner (1813-1883). Im vergangenen Jahr allerdings fehlte Merkel bei der Eröffnung und kam erst später nach Bayreuth.
Zum diesjährigen Festspielprogramm gehört neben "Tristan und Isolde" wieder der vierteilige Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" in der umstrittenen Deutung von Frank Castorf, dazu kommen die Opern "Lohengrin" und "Der fliegende Holländer". Für die Vorstellungen sind 60.000 Tickets verkauft worden, die Festspiele enden am 28. August.

mod / DPA