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Wendler vs. Wendler: Es kann nur einen geben - oder keinen

"Der Wendler" darf nicht mehr "Der Wendler" heißen, der andere Wendler aber auch nicht: Das ist das verwirrende Urteil des Düsseldorfer Gerichts. Prompt fühlen sich beide Sänger als Sieger.

Lange Lederfransen baumeln an seiner schwarzen Jacke. Frank Wendler, 54, der es als "singender Gas-Mann" zu Schlagzeilen brachte, verlässt nach dem Urteil im Sängerstreit "Wendler gegen Wendler" mit einem Teilerfolg in der Tasche Saal A 224 des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Sein Namensvetter, Schlagerstar Michael Wendler, 40, Sänger von Mallorca-Hymnen wie "Sie liebt den DJ" und ausgezeichnet mit Gold- und Platin-Platten, darf nicht länger nur als "Der Wendler" auftreten. Das hat das Gericht am Dienstag entschieden. Im Gegenzug muss Frank Wendler seine Wortmarke "Der Wendler" löschen.

Der Mann aus Velbert in Nordrhein-Westfalen, in der ersten Instanz noch unterlegen, triumphierte: Schlagerstar Michael Wendler habe seinen Namen lange genug "beschmutzt": "Schönen Gruß an Michael Wendler! Ich habe ihm oft genug angeboten: Lass uns reden. Er hat mir sehr viel kaputtgemacht."

Aber auch #link;Michael Wendler;Michael Wendler# wertete das Urteil als Erfolg: "Ich bin sehr erleichtert und voll zufrieden. Ich habe ja nie behauptet, der einzige Wendler zu sein", sagte Wendler der Nachrichtenagentur dpa. Dass er nun Schadenersatz zahlen müsse, sehe er nicht: "Es gab keine Geschäfte nur als "Der Wendler"."

Gas-Händler nannte sich seit 2008 "Der Wendler"

Beide Sänger warfen sich gegenseitig Bereicherungsabsichten vor. Beide Seiten hatten auch behauptet, die jeweils andere habe den Rechtsstreit angezettelt. Das Urteil des Senats ist durchaus salomonisch: Keiner der beiden Sänger darf den Nachnamen "Wendler" ohne Zusatz für sich allein beanspruchen. Beide seien "zur wechselseitigen Rücksichtnahme verpflichtet".

Der Sänger und Gas-Händler Frank Wendler hatte sich "Der Wendler" 2008 als Marke gesichert. Beim Namen Wendler handele es sich um seinen richtigen Nachnamen, unter dem er schon weit länger als Sänger auftrete als Michael Wendler, hatte er argumentiert. Der sei als Skowronek geboren worden, heiße nun Norberg und habe sich den "Wendler" erst als Künstlernamen zugelegt.

Michael Wendler will Urteil annehmen

Der Fall sei "nicht ganz einfach" (Az.: I-20 U 67/12), hatte der vorsitzende Richter eingeräumt. Es gehe "um die Vermeidung einer Zuordnungsverwirrung" - der juristische Laie würde wohl "Verwechslung" sagen. Es gebe nun einmal zwei Sänger mit Nachnamen Wendler und beide hätten den Anspruch, vom anderen nicht "plattgedrückt" zu werden. Das soll nun das Urteil gewährleisten: "Beide haben das gleiche Recht an diesem Nachnamen. Eine Verwechslung muss aber ausgeschlossen sein."

Michael Wendler will es darauf nun beruhen lassen. Auf seiner Website waren bereits am Dienstagnachmittag alle Hinweise auf "Der Wendler" gelöscht. Außerdem kündigte der 40-Jährige an, er werde keine Beschwerde gegen das Urteil einlegen.

mai/DPA / DPA
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