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Postum: Henri-Nannen-Preis für letzte "FTD"

Bestleistungen im Qualitätsjournalismus - dafür steht der Henri-Nannen-Preis. Bei der Verleihung trafen sich die großen Namen der Branche. Die "FTD" wurde für ihre letzte Ausgabe geehrt.

Einer der begehrten Henri-Nannen-Preise für Qualitätsjournalismus geht dieses Jahr an die schon vor Monaten eingestellte "Financial Times Deutschland". Die Jury verlieh der "FTD" einen Sonderpreis für deren letzte Ausgabe.

Die Anfang Dezember erschienene "FTD"-Nummer sei "ein Meisterstück des gedruckten Journalismus". Die Redaktion hatte eine schwarze Titelseite mit dem abgewandelten Titel "Final Times" drucken lassen, die Seiten rückwärts gezählt und ihre besten Geschichten aus fast 13 Jahren resümiert. Der Henri-Nannen-Preis wird vom Magazin "Stern" und dem Verlag Gruner + Jahr vergeben, der die chronisch defizitäre "FTD" eingestellt hatte.

Die Auszeichnung wurde am Freitag in Hamburg in mehreren Kategorien verliehen. Sie erinnert an "Stern"-Gründer Henri Nannen, der dieses Jahr 100. Geburtstag hätte. Der Nannen-Preis wurde zum neunten Mal vergeben.

Preisträger und Prominenz

Unter den 1200 Anwesenden waren viele Prominente wie #link;http://www.stern.de/kultur/tv/thomas-gottschalk-90248957t.html;Moderator Thomas Gottschalk#, Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, "Focus"-Mitherausgeber Helmut Markwort und Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers.

Als Investigativ-Journalist wurde Wolfgang Kaes vom Bonner "General-Anzeiger" geehrt. Er stolperte über eine Anzeige, mit der eine Frau 16 Jahre nach ihrem Verschwinden für tot erklärt werden sollte, und ging der Sache im Alleingang nach. Am Ende klärte Kaes den Tod der Frau auf, ihr Ex-Mann wurde wegen Totschlags verurteilt. Für die beste Reportage wurde Heike Faller geehrt, die einen Patienten eines Präventionsprojektes für Pädophile begleitet hatte.

Publizistisches Lebenswerk für Anneliese Friedmann

In der Sparte "Dokumentation" wurden Fabian Gartmann und Sönke Iwersen für einen "Handelsblatt"-Artikel über den Unternehmer Anton Schlecker ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie "Essay" bekam der Politikchef der "Zeit", Bernd Ulrich, für einen Reisebericht über deutsche Vergangenheitsbewältigung. Im Bereich "Foto-Reportage" gewann Sandra Hoyn von emerge-mag.com mit einem Beitrag über kleine Kinder in Thailand, die für einen Hungerlohn brutal boxen müssen.

Der Preis für Verdienste um die Pressefreiheit ging an René Wappler von der "Lausitzer Rundschau" für die Berichterstattung über Rechtsextreme. Die Ehrung für das publizistische Lebenswerk erhielt die Herausgeberin der "Münchner Abendzeitung", Anneliese Friedmann.

awö/DPA / DPA