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"Bares für Rares" Detlev Kümmel schwärmt vom antiken Nähkästchen – doch Horst Lichter verweigert die Händlerkarte

"Bares für Rares"
Experte Detlev Kümmel erklärt bei "Bares für Rares" die alte Nähkiste.
© ZDF
Da gab es ein langes Gesicht beim Verkäufer: Zwar hat er eine tolle Schatulle zu "Bares für Rares" gebracht. Doch verkaufen darf er sie dort nicht. Das hat einen besonderen Grund.

Eigentlich hat Marinus Schmidt alles richtig gemacht: Der 22-jährige Auszubildende aus Neukeferloh hat eine wunderschöne Truhe mit zu "Bares zu Rares" gebracht, die von einer guten Freundin seiner verstorbenen Oma stammt. 

Detlev Kümmel reagiert jedenfalls mit großer Begeisterung. Er erklärt die Konstruktion der Schatulle, die Sarkophag-ähnlich aufgebaut sei und außen Verzierungen aus Messing und Perlmutt ausweise. "Allein das ist schon sehr aufwändig - und das ist nur der Anfang", lobt der Experte das Objekt.

"Bares für Rares": In der Kiste wurde Palisander verwendet

Doch im Inneren wird es noch besser. Beim Öffnen entpuppt sich die Truhe als Nähkästchchen mit einzeln herausnehmbaren Schubladen und Fächern. "Hier hat jemand unfassbar viel Zeit und Mühe investiert", schwärmt Kümmel. Entstanden sei das liebevoll verarbeitete Objekt um 1870, es seien verschiedene Hölzer zum Einsatz gekommen. Außen sei Mahagoni verwendet worden, erklärt der Experte aus Lüdenscheid. Im Inneren gebe es dagegen eine Vielfalt von Materialien: Ebenholz, Eibe, Nusshölzer, Rosenholz - "und wir haben auch Palisander". 

Da wird Horst Lichter hellhörig: "Bei Palisander läuft es mir kalt den Rücken runter", sagt der Moderator. Warum, das erklärt nun Detlev Kümmel: Durch zu starke Abholzung in den Tropenländern sei Palisander komplett vom Markt gestrichen worden und es sei heute nicht mehr erlaubt, damit zu handeln. Es bedürfe einer ausdrücklichen Genehmigung. "Das geht nicht mehr über einen Gutachter, sondern man muss dafür aufs Amt."

Das heißt: Marinus Schmidt bekommt keine Händlerkarte von Horst Lichter. Der will dennoch wissen, was die Schatulle denn wert wäre, wenn es eine Genehmigung gäbe. Mit den erforderlichen Papieren schätzt Kümmel die Kiste auf 800 bis 1000 Euro. 

"Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich es nicht verkaufen konnte", sagt Schmidt hinterher. Aber möglicherweise gibt es ein Wiedersehen bei "Bares für Rares": Die Sondergenehmigung will er sich auf jeden Fall holen und dann überlegen, ob er noch einmal kommt. Dann vielleicht sogar mit restaurierter Schatulle.

Quelle:  "Bares für Rares" in der ZDF-Mediathek

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