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"Bares für Rares" "Das Kurioseste, was ich je gekauft habe": Wolfgang Pauritsch kauft rätselhaftes Weichtier

"Bares für Rares"
Die Plastik einer Hallucigenia wurde bei "Bares für Rares" versteigert.
© ZDF
So etwas hatte bei "Bares für Rares" noch niemand gesehen: Von der Plastik eines 500 Millionen alten Weichtiers war ein Händler besonders angetan. 

Wolfgang Jacobs ist fest überzeugt, eine Rarität zu besitzen: "Ich habe noch nie Gleichartiges woanders gesehen", sagt der 79-Jährige. Auch die Reaktion von Horst Lichter deutet darauf hin, dass hier ein ungewöhnliches Objekt vorliegt: "Ach Gottogottogott, was ist das denn? Ist das ein Spielzeug?", fragt der Moderator als er das merkwürdige Getier sieht. 

Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Kunstwerk, das Jacobs 1997 auf der Documenta X entdeckt hat. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick: "Ich hab mein Herz geöffnet und hab sie mitgenommen", erzählt er. "Und hast ihr ein liebes Zuhause gegeben", säuselt Lichter.

Bei dem dargestellten Wesen handelt es sich um eine Hallucigenia, erläutert Sven Deutschmanek. Das Weichkörpertier lebte vor 500 Millionen Jahren und wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt.

"Bares für Rares": Durchbruch auf der Documenta

Der 1957 in Innsbruck geborene Künstler Martin Walde feierte auf der Documenta seinen Durchbruch mit den Hallucigenia. Das Werk ist auf 250 Exemplare limitiert und wird mit einem vom Schöpfer signierten Zertifikat sowie der originalen Kaufrechnung über 400 Mark verkauft. 

Dafür hätte Jacobs gerne 800 bis 1200 Euro. Deutschmanek korrigiert ihn etwas nach unten: Seine Spanne geht von 600 bis 800. Damit ist der Verkäufer einverstanden.

Im Händlerraum herrscht ebenfalls Verwirrung über das rätselhafte Tier. "Das ist ein Tausendfüßler", ruft Wolfgang Pauritsch. Bevor es mit der Versteigerung losgeht, wollen die Händler von Jacobs noch mehr über das Objekt erfahren.

Wolfgang Pauritsch ist interessiert

Der hat neben allerhand Informationen über das Kunstwerk auch eine private Anekdote im Gepäck: "Meine Frau hätte fast die Scheidung eingereicht", erzählt der Mann aus dem hessischen Bersrod. "Ich konnte ihr nicht mit rationalen Argumenten erklären, was mir daran so gefällt."

Die Geschichte ist für Wolfgang Pauritsch interessant genug, um 100 Euro zu bieten. So richtig wird sein Interesse aber geweckt, als er erfährt, dass der Künstler Martin Walde aus Innsbruck stammt – wie er selbst.

Doch mehr als 200 Euro bietet Pauritsch zunächst auch nicht. Da wird Jacobs grundsätzlich: "Mir geht es um Wertschätzung." Gegenüber der Hallucigenia und ihrer Verwandlungskraft als auch gegenüber dem "großen Künstler Martin Walde".

Pauritsch erhöht auf 600 Euro für das Werk, "weil es aus Innsbruck kommt". Das reicht immer noch nicht, am Ende wird man sich bei 700 Euro handelseinig.

Neben dem ungewöhnlichen Kunstwerk ist der Österreicher künftig auch eine schöne Geschichte reicher. Er sei vor Kurzem von einem Reporter gefragt worden, was das Kurioseste war, das er in seinem Leben gekauft habe, berichtet Wolfgang Pauritsch hinterher. "Da hatte ich das noch nicht. Den rufe ich jetzt an und sage ihm, er soll noch einmal kommen.".

Quelle:  "Bares für Rares" in der ZDF-Mediathek

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