"Breaking Bad"-Finale-Party Walter White ist am Ende

Von Sophie "Hartwell" Albers
Wieder einer, von dem wir uns verabschieden müssen. Die US-Serie "Breaking Bad" hat nach 62 Folgen auch im deutschen Fernsehen ein furioses Ende gefunden. Und was wird jetzt aus uns, Walter?

Wenn es richtig gut läuft, werden TV-Serien-Figuren zu temporären Familienmitgliedern oder zumindest WG-Genossen - und es ist ein seltsamer Familien- und Bekanntenkreis: "Friends", "Buffy", "How I Met Your Mother", "Sopranos", "24", "Dexter"... wir atmen, denken und reden mit Vampirjägern, Anti-Terror-Agenten, Serienkillern und Mafiosi. Dann ist die Serie vorbei, sie kommen ins Regal, und manchmal, wenn der Blick über die DVD-Cover gleitet, lächeln wir, als wären es Familienfotos.

Am Dienstagabend hat der deutsche Bezahlsender AXN den frischsten Neuzugang im Regal gebührend gefeiert: den krebskranken Ex-Chemielehrer und megalomanen Crystal-Meth-Koch Walter White. Passenderweise in einer Waschstraße haben die Fernsehfreunde vom Gernsehclub im Osten Berlins zum Finale der US-Serie "Breaking Bad" geladen. Durch eine liebevolle Meth-Labor-Deko geht es zu den Sofas, und man fühlt sich fast wie in einem "Rocky Horror Picture Show"-Fanclub (falls Sie wissen, was ich meine): mit "Breaking Bad"-Kostümwettbewerb, "Breaking Bad"-Quiz, "Breaking Bad"-thematischen Snacks und knallharten "Breaking Bad"-Fans. Oliver Kalkofe führt durch den Abend, der sich als leidenschaftlicher Walter-White-Fan outet. Serienjunkies waren an diesem Abend König.

Oliver Kalkofe: "Breaking Bad" würde in Deutschland scheitern

Fernseh-Kritiker Oliver Kalkofe (48) hält das deutsche Fernsehen für "zu mutlos", um Serien wie "Breaking Bad" zu produzieren. Die preisgekrönte US-Serie würde hierzulande scheitern. "In den meisten deutschen Serien wird der Stoff auf simpelste Art erzählt und der Zuschauer nicht gefordert", sagte Kalkofe.

Die Drama-Serie "Breaking Bad" um den krebskranken Chemielehrer und Drogenproduzenten Walter White sei auch in den USA zunächst kein Erfolg gewesen. "Aber man hatte den Mut, etwas durchzusetzen und etwas zu versuchen, an das man glaubt. Die Leute herauszufordern mit dem, was man erzählt. Das haben wir leider, leider nicht", meinte Kalkofe.

"Und am Ende eine Musicalnummer"

Natürlich wird hier nicht gespoilert. Zwar hat AXN das Ende im Original am Dienstagabend schon gezeigt, die deutsche Fassung läuft aber erst am 9. Oktober. "Es gibt ein Happy-End und am Ende eine Musicalnummer", scherzt also Kalkofe. Denn eines wissen hier alle: dass es nicht gut enden wird. Aber hinterher sind alle glücklich darüber, wie gut die Serie ihr böses Ende gefunden hat. "Es ist ein richtiges Ende, nicht wie bei 'Lost' oder den 'Sopranos'...", sagt Kalkofe. Mehr aber nicht, denn er wolle "das jetzt genießen und nicht Scheiße labern." Tatsächlich bleiben nach fulminanten 60 Minuten keine Fragen offen.

Auch Hauptdarsteller Bryan Cranston hatte es im Interview mit "Entertainment Weekly" (Vorsicht! Hier wird gespoilert) ein "befriedigendes Ende" genannt. In den Kritiken werden jetzt natürlich wieder Shakespeare, Dostojewski oder auch Sartre bemüht. Aber eigentlich ist "Breaking Bad" vor allem eines: ein großartiger Western.

Ein bisschen "Breaking Bad"-Nostalgie

Für alle Fans, die traurig sind, dass Walter White nun geht, gibt es hier eine kleine Nostalgie-Party zum Klicken:

Eine Schultheateraufführung von "Breaking Bad" (mit Vorschlag fürs Ende)

Samuel L. Jackson konnte nicht anders, als Walter Whites berühmten Satz "I am the one who is knocks" selbst noch einmal einzusprechen.

Die offenbar einzige tatsächlich negative Rezension (Spoiler Alert) im "New Yorker".

"Breaking Bad" bei den "Simpsons".

"Breaking Bad" im Legoland.

Und zuguterletzt ein wirklich grandioses GIF über die Verwandlung des Walter White aus der "Hufffington Post".

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