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"Endlich Prinzessin": Das ZDF huldigt Kate und Charlene

Fukushima, Arabischer Frühling, die Unabhängigkeit des Südsudan: Das Jahr 2011 war voll von spektakulären Ereignissen. Kaum etwas bannte die Menschen aber so sehr wie die Hochzeiten von Charlene Wittstock und Kate Middleton mit ihren Fürsten und Prinzen. Außer vielleicht der Po von Pippa.

Es war einmal ein hübsches, bürgerliches Mädchen, das sich im sagenumwobenen Schottland in ein durchsichtiges Kleid warf, durch den Raum schwebte und - schwuppdiwupp - einem attraktiven jungen Mann den Kopf verdrehte. Dieser Mann war ein Prinz.

Die Geschichte, wie Englands zukünftiger Thronfolger William seine Liebste einst bei einer Modenschau an der Universität von St. Andrews kennenlernte, kennt inzwischen fast jeder. Das ZDF erzählt sie nun noch einmal. Am Dienstag (26. Juni, 20.15 Uhr) zeigt der Sender die Dokumentation "Endlich Prinzessin - Ein Jahr mit Kate und Charlene".

Es ist inzwischen ja schon ein ganzes Jahr und länger her, dass die beiden bürgerlichen Mädchen ihre Prinzen heirateten. Kate sagte in der Westminster Abbey in London Ja zu ihrem William, Charlene in Monaco zu ihrem Albert.

Von Braut zu Braut

Darüber hinaus sind die zu füllenden Fußstapfen riesengroß. Die Erinnerung an die früh verstorbenen und idealisierten Schwiegermütter Lady Di und Grace Kelly ist ebenso unsterblich wie übermächtig. Wie gehen ihre Nachfolgerinnen damit um? Wie stellen sie sich bei Ausübung ihrer neuen Pflichten an? Wie kommen sie mit dem öffentlichen Druck klar? Der Film von Ulrike Grunewald und Annette Tewes will den Zauber der damals als Märchenhochzeiten angepriesenen Eheschließungen noch einmal beschwören. "Ein Porträt zweier Frauen, die bei aller Unterschiedlichkeit doch vieles gemeinsam haben", schreibt das ZDF.

Die Dokumentation beginnt mit dem britischen Adelspaar: William und Catherine, wie sie seit der Verlobung genannt wird. Sie erzählt vom unbekümmerten Kennenlernen und von dem Blitzlichtgewitter, das über die junge Frau hereinbrach, als ihre Beziehung zu William bekanntwurde.

"Sie hatte ihm eindeutig sofort den Kopf verdreht", sagt Studienfreund Jules Knight. Die Journalistinnen Judy Wade und Patricia Riekel analysieren die Beziehung der beiden, die heimlich begann und dann so öffentlich wurde wie kaum eine andere.

Nichts Neues. Aber trotzdem...

Schnitt. Anderes Land, andere Braut: Auch die Bilder von Charlene und Albert gingen im vergangenen Jahr um die Welt. "Wir haben gefeiert bis morgens um acht", erinnert sich Charlenes Bruder Sean Wittstock. Ihr Vater erzählt davon, wie es war, seine Tochter zum Altar zu führen und erinnert sich an ihre Kindheit: "Charlene war ein Wildfang".

Der Film zeichnet die Biografie der blonden, südafrikanischen Schönheit nach - von der Star-Schwimmerin zur Fürstin von Monaco. Ihre Freundin Franziska van Almsick sagt: "Ich glaube, ich habe noch nie so eine ruhige Braut gesehen wie sie." Doch der Film endet nicht nach der Hochzeit. Er zeigt auch die Zeit nach den pompösen Festen - mit Verpflichtungen, öffentlichen Auftritten und Reisen.

Die Bilder, die das ZDF zeigt, sind zwar alles andere als neu und inzwischen schon millionenfach um die Welt gegangen. Aus den Interviews ergeben sich auch kaum bahnbrechende Erkenntnisse. Und wer von den beiden zuerst schwanger wird, wissen die Autoren nun einmal auch nicht. Hübsch anzusehen ist die Dokumentation - trotz des plumpen Titels - aber allemal. Wie heißt es doch so schön gleich zu Anfang des Films: "Ein bisschen Kitsch muss sein."

ono/DPA/Teleschau / DPA