VG-Wort Pixel

Netflix-Dokuserie "Hot Girls Wanted: Turned On" (4) Traumberuf Pornodarsteller? So sieht die Realität am Set aus

"Hot Girls Wanted: Turned On"
"Hot Girls Wanted: Turned On" begleitet im vierten Teil die Pornodarsteller Jax und Sidney.
© Netflix
Bezahlt werden für Sex mit schönen Frauen: Für viele männliche Pornodarsteller klingt das nach einem Traumberuf. Teil vier von "Hot Girls Wanted: Turned On" zeigt, wie die Realität wirklich aussieht.

"Ich mache das, wovon andere träumen", sagt Jax Slayher. Der US-Amerikaner ist Pornodarsteller. "Jeder wäre doch gerne der Typ vor der Kamera", schwärmt er von seinem Beruf. Slayher grinst. "Ich liebe Sex und habe gerne Sex."

Szenenwechsel.

"Du musst jetzt kommen, zeig's uns endlich, Jax", raunzt der Kameramann. Wir sehen Slayher bei der Arbeit. Er schwitzt. Vier Drehstunden hat er bereits hinter sich. Jetzt onaniert er mit seinem Körper über eine Frau gebeugt. Nur wenn er einen Orgasmus hat, wird er, wird die Darstellerin, wird der Kameramann bezahlt werden. Versagt Slayher, wird er nicht mehr gebucht werden. "Das ist noch nie passiert", sagt er. Noch nicht.

"Hot Girls Wanted: Turned On" zeigt den Druck auf Pornodarsteller

Der vierte Teil der Netflix-Dokuserie "Hot Girls Wanted: Turned On" gibt einen Einblick hinter die Kulissen eines Pornodrehs. Im Fokus von Regisseurin Rashida Jones stehen dieses Mal die Probleme von männlichen Pornodarstellern. Sie dokumentiert den Druck auf die Männer, die allzeit bereit sein müssen. Eine körperliche Herausforderung.

Viele schaffen das nicht ohne Medikamente. "Erst nimmst du eine viertel Viagra, dann eine halbe, dann zwei. Am Schluss habe ich vier genommen", sagt Tyler Knight. Der 41-Jährige war lange Jahre Pornodarsteller und riskierte seine Gesundheit. Der anfänglichen Begeisterung ist Ernüchterung gewichen. "Es ist nichts Natürlich daran, wenn man vor fremden Leuten mit einer Fremden Sex hat", sagt Knight. Der einzige Grund, Pornos zu machen, sei das Geld.

Vom großen Geld in der Pornoindustrie träumt auch Agent Riley Reynolds. Er hat sich eine kleine Agentur aufgebaut, gründete eine Sexwebsite. Mit Erfolg. "Zu Beginn hatte ich 12 Darsteller, jetzt 112." Reynolds ist stolz darauf. "Porn" steht in güldenen Buchstaben auf seiner Basecap. Seinem Vater ist das peinlich. "Ich wünschte, du würdest etwas anderes machen", sagt er vorwurfsvoll. "Aber ich verdiene Geld damit und es ist legal", entgegnet der Sohn. "Nur weil etwas legal ist, ist es nicht richtig", urteilt der Vater.

Viele in der Pornoindustrie verheimlichen ihren Job. Sagen sie es doch, folgt daraus oft eine gesellschaftliche Ächtung. Für viele ist diese Art der Heuchelei eine Kränkung. "Die Mehrzahl der Leute schaut Pornos. Und ohne mich hättet Ihr Eure Pornos nicht", sagt Jax Slayher, der zum Pornostar aufsteigen will.

Porno als letzter Hort für Rassismus

Slayher träumt von einer Karriere als Interracial-Darsteller: Als schwarzer Mann dreht er mit weißen Frauen. Eine andere Kombination gibt es so gut wie nicht. "Porno ist die letzte amerikanische Industrie, in der Diskriminierung okay ist", erläutert Ex-Darsteller Knight. Eine erschreckende Wahrheit, folgt sie doch dem rassistischen Klischee vom gut bestückten schwarzen Mann.

Produzentin Jones gelingt es im vierten Teil ihrer Dokuserie auf eindrucksvolle Weise, mit Vorurteilen aufzuräumen. Niemand, auch nicht die Männer, hat vor der Kamera Spaß. Sie werden ausgenutzt, wie ihre weiblichen Kolleginnen. Und im Fall von schwarzen Darstellern sogar gedemütigt.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker