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"The Walking Dead" auf RTL2: Blutig unter Kannibalen

Drei Staffeln bahnte sich Sheriff Rick Grimes mit seinem Colt Python einen Weg durch die Zombiehorden. Nun greift er zur Gartenharke. Aber Öko und Zombies, das passt nicht zusammen.

Von Gernot Kramper

Allein in den Wald? Bei "The Walking Dead" keine gute Idee - doch Michonne (Danai Gurira) weiß sich gegen Zombies zu wehren.

Allein in den Wald? Bei "The Walking Dead" keine gute Idee - doch Michonne (Danai Gurira) weiß sich gegen Zombies zu wehren.

In der vierten Staffel der Beißersaga "The Walking Dead" schwört der ehemalige Sheriff Rick Grimes inmitten der Zombiebedrohung der Gewalt ab. Die dritte Staffel endete mit einer gewaltigen Schlachtplatte und dem Sieg über die Truppen des fiesen Governors. Sheriff Rick hat mal wieder die Nase voll vom ewigen böse sein und widmet sich auf dem umzäunten Gelände eines ehemaligen Gefängnisses der Kunst des Gartenbaus und der Schweinezucht. Der Colt Python .357 Magnum wird beiseite gelegt. Der Kindererziehung wegen will er dem Sohn den Weg in ein friedliches Leben weisen. Nach der Phase der Diktatur der bösen Männer wird im Knast sogar die Räterepublik ausgerufen.

Doch keine Familienserie

Das ist trotz kleiner Zwischenfälle keine passende Handlung für eine Zombie-Serie und so dauert es auch nicht lange, bis das Idyll vom Öko-Landbau gestört wird. Die vierte Staffel der Erfolgsserie marschiert danach auf gewohnt blutigem Pfad weiter. Zur Abwechslung wird zu Beginn etwas Tempo beziehungsweise Blut rausgenommen. Rick und ein tot geglaubter Gegner dürfen sich ein wenig die Wunden lecken, sich auf Friedens- und Liebespfaden ausprobieren, bevor sie zu alter Form auflaufen. Keiner von ihnen ist zum Familiendaddy geboren. Ehegedöns und zarte Innigkeit hatte "The Walking Dead" in der zweiten Staffel viele Sympathien gekostet. Nun folgen die Drehbuchschreiber dem bewährten Actionrezept: Gekuschelt wird nur kurz, damit es hinterher umso besser kracht.

Räumungsklage mit Explosionen

Zur Mitte der Staffel rummst es dann auch gewaltig, Gemüsegarten und Gefängnis fliegen in die Luft, die Überlebenden verstreut es in alle Winde. Innerhalb des Mord- und Beißuniversums gelingt es der vierten Staffel erneut, spannende Handlungsstränge und emotionale Dramen anzulegen, so dass es nicht bei einer öden Abfolge von Beißattacken bleibt. Das Spektrum reicht von Euthanasiemorden Infizierter bis zur Impfhoffnung durch einen trotteligen Wissenschaftler. Für frische Ideen wird hemmungslos geklaut und nicht nur bei der Figur des Revolverhelden, der sich als Schweinezüchter versucht. Aber besser eine Serie lässt sich von Meistern wie Clint Eastwood in "Erbarmunslos" inspirieren, als dass sie einfallslos weitermacht.

Endstation mit Gleisanschluss

Zum Ende taucht ein neuer Schrecken auf. Und wie immer sind es bei "The Walking Dead" die Menschen, die einander die Hölle bereiten, von den stets bissbereiten aber strunzdummen Zombies geht die geringste Gefahr aus.

Es gibt Hoffnung auf einen paradiesischen Zufluchtsort. Schilder an den Bahngeleisen führen die Versprengten zum Eisenbahnknotenpunkt Terminus. Aber man verrät nichts Neues, wenn man hier andeutet: In der Zombiewelt von "The Walking Dead" gibt es immer nur neue Apokalypsen und kein echtes Paradies. In den USA hat die vierte Staffel den Zuschauern enorm gefallen und auch die fünfte startete mit Sensationsquoten.

RTL2 zeigt die gesamte Staffel im Laufe der Woche. Am Montag, dem 27.10, geht die erste Doppelfolge um 23.15 Uhr auf Sendung.

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