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Alexandra Neldel und Sat.1: Die nächste "Wanderhure" kommt bestimmt

Der 5. Oktober 2010 ist beim Privatsender 2010 in die Geschichte eingegangen. Fast 10 Millionen Zuschauer sahen "Die Wanderhure" - Grund genug einen zweiten Teil aufzulegen, ein dritter wird folgen.

Die Wanderhure" war 2010 nicht nur der größte Filmerfolg in der Geschichte von Sat.1. Hauptdarstellerin Alexandra Neldel, heute 36 Jahre alt, ist endgültig frei vom Image als Zahnspange der Nation, das sie in der Sat.1-Serie "Verliebt in Berlin" bekommen hatte. Nun, an diesem Dienstag (20.15 Uhr), folgt die Fortsetzung, leicht irritierend mit "Die Rache der Wanderhure" betitelt, obwohl Ex-Hure Marie dort weniger Rache nimmt als handfest um ihr Glück als Frau und Mutter kämpft.

Die Romanvorlage des Autorengespanns Iny Lorentz, hinter dem sich das Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath verbirgt, heißt denn auch weniger aggressiv "Die Kastellanin". Doch hatte die Geschichte im TV-Drehbuch von Dirk Salomon und Thomas Wesskamp so andere Form angenommen, dass die davon sehr begeisterten Autoren gleich beschlossen, das noch einmal als Roman hinzuschreiben, nun unter dem "Rache"-Titel.

Für Alexandra Neldel stellte sich jedoch das Problem, die schon einmal gespielte Rolle von einer anderen Ecke her in den Griff zu bekommen: "Sie ist ja nun auch älter, reifer geworden, ist Ehefrau und Mutter". So wirkt sie denn verhaltener, weniger spontan, wenn sie nun vom (angeblichen) Tod des Mannes hört, an dessen Ableben auf dem Schlachtfeld sie partout nicht glauben will, und wacker hinauszieht, ihn wieder zu finden, obwohl sich ihr Gefahren noch und noch entgegenstellen und böse Menschen auch.

Das Training geht weiter

Der böseste, ein Inquisitor, verbirgt sein hässlich entstelltes Gesicht hinter einer Ledermaske, aber der "Wanderhuren"-Experte ahnt bald dumpf, wer sich da wohl verstecken mag und seine Augen beim Anblick von Marie lüstern funkeln lässt.

Zur Vorbereitung auf die Rolle gehörte auch die körperliche Ertüchtigung. "Vielen Dank der Produktion, dass sie mich solange und gründlich trainieren ließ", sagt Neldel. Sie lernte mit dem Schwert umzugehen, vor allem lernte sie reiten, und das ist ihr Stolz: "Keine Reitszene wurde gedoubelt. Ich hoffe, man sieht nicht zu deutlich, dass ich zuvor noch nie auf einem Pferd gesessen hatte."

Man sieht es nicht, wenn sie auf Friesenhengst Butsch quer durchs Bild galoppiert. Butsch war dabei ihr erklärter Liebling, aber: "Man darf Pferden nie zu kräftig seine Liebe zeigen. Sonst nehmen sie einen nicht ernst." Sie lacht: "Wie Männer auch!"

Das Training geht weiter. Denn die nächste "Wanderhure" kommt bestimmt. Schon im Frühjahr ist Drehstart, und Alexandra Neldel kennt noch nicht das Buch, weiß nicht, was man dort mit ihr anstellen wird, sicher eine Turbulenz nach der anderen. Sie selbst würde gern mal eine Marie spielen, die einfach auf ihrer Burg dasitzt, mit Mann und Kind glücklich ist und sich nicht ständig an Leib und Seele bedroht fühlen muss. "Aber das", seufzt sie, "wäre kein Film. Das würde sicher niemand sehen wollen."

Paul Barz, DPA / DPA
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