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"Bares für Rares": "Gemälde für 11.000 Euro gesehen" – Verkäuferin erlebt bei Expertise große Überraschung

"Vergessen Sie das ganz schnell wieder." Ein Landschaftsbild sorgt bei "Bares für Rares" für Unstimmigkeiten. Die Verkäuferin hatte den Preis im Internet recherchiert. Doch diese Einschätzung teilt der Experte nicht.

"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel und Moderator Horst Lichter lassen sich von Verkäuferin Vera Schenk die Herkunft ihres Gemäldes erklären.

"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel und Moderator Horst Lichter lassen sich von Verkäuferin Vera Schenk die Herkunft ihres Gemäldes erklären.

ZDF

"Ein stimmungsvolles Gemälde", schwärmt Horst Lichter. Verkäuferin Vera Schenk aus Schifferstadt möchte ein Bild bei "Bares für Rares" verkaufen, das einst ihren Großeltern gehörte. "Ich habe es in meinem Elternhaus gefunden, das wir gerade renovieren", erklärt die 46-Jährige. Doch bei der Expertise wird sie eine Überraschung erleben.

"Das Bild stammt von Fritz Halberg-Krauss", sagt "Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel, einem bedeutenden Landschaftsmaler aus München. Es sei ein Ölgemälde auf Sperrholz und im spätimpressionistischen Stil gemalt. "Vermutlich ist es in den 30er oder 40er Jahren entstanden", erklärt Kümmel.

Der Erhaltungszustand sei gut, nur mit dem Rahmen ist der Experte unzufrieden. "Da sind so Abplatzer", moniert Horst Lichter. Das liege daran, dass es sich um einen nachträglich angebrachten Rahmen handle, der eigentlich zu klein sei. "Man sieht die Montagespuren, die der Originalrahmen verdeckt hatte", erklärt Kümmel. Doch das Gemälde an sich weise keine Beschädigungen auf.

"Bares für Rares"-Experte hält nichts von Preisvorstellung der Verkäuferin

Doch was ist das Bild wert? "Ich habe mal im Internet informiert und dieser Maler erzielt Preise bis zu 11.000 Euro", sagt Verkäuferin Schenk. Sie sei aber mit 3000 Euro zufrieden. Diese Vorstellung deckt sich aber ganz und gar nicht mit der des Experten. "Vergessen Sie diesen Preis ganz schnell wieder", sagt Kümmel. Es handle sich um ein Bild, das für kommerzielle Zwecke gemalt wurde, nicht als große Kunst. Deswegen sei bei 600 bis 800 Euro das Ende der Fahnenstange erreicht. Trotz der Enttäuschung will Schenk ihr Glück im Händlerraum probieren.

Gruppenfoto der "Bares für Rares"-Experten

"Es ist ein Bild mit einer enormen Tiefe", bestätigt Wolfgang Pauritsch, der die Gemälde von Halberg-Krauss kennt. "Ich starte mal mit 150 Euro", sagt Ludwig "Luki" Hofmaier. Langsam steigen die Gebote. Fabian Kahl bietet 450 Euro. "Da nehme ich es lieber wieder mit", sagt Verkäuferin Schenk. 750 Euro sei ihre Schmerzgrenze. Elke Velten-Tönnies ist bereit, diese Summe zu zahlen. "Ich finde es fachlich sehr schön gemalt", sagt die Händlerin. Schenk ist einverstanden.

Pauritsch beglückwünscht Velten-Tönnies zu ihrem Kauf. "Das war einer der bedeutendsten Maler der Münchner Schule und wird nicht höher gehandelt", wundert er sich. "Kunst ist manchmal unerklärlich."

mai