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"Bares für Rares" Reinfall statt Wertsteigerung - warum dieses Gemälde zur Enttäuschung wird

Bares für Rares: Detlev Kümmel, Horst Lichter, Frank Weindorf
"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel und Moderator Horst Lichter betrachten das Gemälde, das Frank Weindorf verkaufen möchte.
© ZDF
Bei "Bares für Rares" steht ein Kunstwerk zum Verkauf, das zum Reinfall wird. Nicht jedes Gemälde eignet sich als Wertanlage, wie der Verkäufer enttäuscht feststellen muss.

"Meine Frau hat es nie gemocht", sagt Frank Weindorf aus Bonn. Er kommt mit einem Gemälde zu "Bares für Rares", das in den vergangenen Jahren sein Dasein im Keller fristen musste. "Ich habe es Ende der 90er Jahre in einer Galerie in Berlin gekauft", sagt er über das bunte Kunstwerk. 5000 D-Mark hat der 63-Jährige einst dafür bezahlt. Doch bei der Expertise erlebt er eine Enttäuschung.

"Das Thema des Gemäldes ist die Umwandlung von D-Mark auf Euro", erklärt "Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek das Kunstwerk. Es stamme von Christophe-Emmanuel Bouchet, einem "weltberühmten französischen Maler", der damit bekannt geworden sei, dass er mehrere Kilometer der Berliner Mauer gestaltete. Auffällig an seinen Figuren sei, dass sie sich jeweils ein Auge teilten. "Das war eines seiner Markenzeichen."

"Bares für Rares"-Experte erklärt Wertverfall

Doch was ist das Gemälde heute wert? "Ich denke mal, dass es nicht 2500 Euro erzielen wird", sagt Verkäufer Weindorf realistisch, obwohl das dem Kaufpreis in Euro entsprechen würde. "Diese Mauerkunst ist mit dem Fall der Mauer etwas obsolet geworden", erklärt Experte Kümmel. Deshalb ist bei diesem Gemälde keine Wertsteigerung zu verzeichnen – im Gegenteil. "Ich schätze es auf 800 bis 1000 Euro", sagt der Sachverständige. "Ich mag es", sagt Horst Lichter tröstend. Weindorf will sein Glück im Händlerraum trotzdem probieren.

"Nicht jedermanns Sache", sagt Händler Wolfgang Pauritsch. Trotzdem gibt er mit 300 Euro ein Gebot ab. Elisabeth Nüdling erhöht auf 350 Euro. Auch Daniel Meyer steigt mit ein und bietet 400 Euro. Zwischen ihm und Pauritsch entwickelt sich ein Bieterduell. Bei 700 von Pauritsch steigt Meyer aus. Verkäufer Weindorf ist einverstanden.

"Wer hat schon ein Bild mit Ratten", freut sich der Händler. Und obwohl der Preis unter der Schätzung lag, ist auch Weindorf zufrieden.

mai

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