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Christiane Hörbiger in "Oma wider Willen" Plötzlich Großmutter


Christiane Hörbiger spielt in dem ARD-Film "Oma wider Willen" eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die überraschend erfährt, dass sie eine Enkelin hat und sich nur schwer mit dem Großmutter-Dasein anfreunden kann.

Christiane Hörbiger, 73, geht voll auf in der Rolle der Großmutter - zumindest privat: "Seinen Enkel zu verwöhnen, ist Aufgabe einer jeden Oma", sagt die 73-Jährige. Und überhaupt sei das Großmuttersein "das wunderbarste Geschenk, das sich der liebe Gott ausgedacht, wenn wir älter werden und uns die Männer nicht mehr so anlächeln." Sie selbst hat einen Enkel: den kleinen Luca, Sproß des Hörbiger-Sohns und Regisseurs Sascha Bigler.

"Die Enkel geben uns das Gefühl, dass alles weitergeht, auch wenn wir mal selber nicht mehr sind", sagt sie. Doch ihre Großmutter im Film "Oma wider Willen", den die ARD am Freitag, 20.15 Uhr, zeigt, ist nicht so ganz dieser Auffassung. Zunächst jedenfalls nicht. Da bekommt sie allein schon beim Gedanken, Großmutter zu sein, eine stocksteife Oberlippe.

Sie kann der Tochter einfach nicht verzeihen, dass die einst mit einem heißblütigen Brasilianer durchgebrannt ist und dann zehn Jahre lang nichts von sich hören ließ: "Ich habe in diesen zehn Jahren keine Tochter gehabt. Ich habe jetzt auch keine Enkelin", lässt sie ihren Freund und Anwalt wissen, als der nach dem Unfalltod der Tochter mit Enkelin Evita an der Hand vor der Tür steht.

Buch von Erik Tomek Vorlage für "Oma wider Willen"

Doch natürlich wird sie auf die Dauer dem kulleräugigen Charme der braunhäutigen Kleinen nicht lange widerstehen können. Und dann bricht auch noch ein Kampf ums Kind aus, das ihr eine intrigante Dame vom Jugendamt im Verein mit einer ebenso intriganten Nichte streitig machen will.

Gedreht hat Regisseur Sigi Rothemund nach einem Buch von Erich Tomek in Wien und Umgebung, wo sich auch das piekfeine Eigenheim der Oma findet, ein veritables Schloss mit prachtvollem Park. Denn natürlich ist die alte Dame stinkreich und leitet mit zunächst eisenharter, später dank Enkelin etwas weicherer Hand ein Riesenunternehmen, das gerade in den chinesischen Würgegriff samt Einbuße einiger hundert Arbeitsplätze zu geraten droht.

Zum Ensemble gehören zwei Legenden österreichischer Film- und Theaterkultur, der 80-jährige Peter Weck als herzensguter Anwalt und die einstige André-Heller-Muse Marianne Mendt ("Gute Lieder sind wie Pistolen") als resolut-herzliche Haushälterin, während sich TV-Tierärztin Elisabeth Lanz hier zur Abwechslung mal fies und hinterhältig präsentiert. Ein erstes Mal vor der Kamera: die kleine Luna Baptiste Schaller, mit österreichischer Mutter und karibischem Vater.

Christiane Hörbiger hatte die Rolle der Oma auch akzeptiert, "damit sich mir das Fach der Großmutter öffnet", wie sie sagt. Das hatte sie bislang nur einmal spielen dürfen, mehr märchenhaft überdreht als Oma von Kasperl und Seppel im "Räuber Hotzenplotz". Nun aber geht es weiter mit den Großmüttern: Im gerade abgedrehten Film "Little Princess" spielt sie eine seelisch verkarstete alte Lady, die ähnlich wie hier bei der "Oma wider Willen" erst durch die Enkeltochter zu einer neuen Menschlichkeit findet. Also der wohl unsterbliche "Kleine Lord" auf weiblich getrimmt und demnächst als Weihnachtspräsent auf den TV-Gabentisch gelegt.


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