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Deutscher Fernsehpreis 2006: Köhler übergibt Ehrenpreis an Nowottny

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde zum 8. Mal der Deutsche Fernsehpreis in Köln verliehen. Unter den Ausgezeichneten: Bastian Pastewka, Dagmar Manzel, Jan Fedder, Anne Will und Friedrich Nowottny.

Das Medium Fernsehen hat seine größten Darsteller gekürt: Der Deutsche Fernsehpreis geht in diesem Jahr in der Kategorie beste Schauspielerin an Dagmar Manzel (48) für ihre Rollen in den Filmen "Als der Fremde kam" (ARD) und "Die Nachrichten" (ZDF). Als bester Schauspieler wurde am Freitagabend im Kölner Coloneum Jan Fedder (51) für seinen Film "Der Mann im Strom" (ARD) nach dem Roman von Siegfried Lenz geehrt. Den Ehrenpreis der Stifter erhielt Ex-WDR-Intendant Friedrich Nowottny (77). Die Laudatio hielt Bundespräsident Horst Köhler.

Zu den geladenen Gästen, die vor der TV-Aufzeichnung um 19.00 Uhr über den roten Teppich flanieren sollten, gehörten unter anderem Schauspielerinnen wie Gudrun Landgrebe, Hannelore Hoger, Natalia Wörner und Mariele Millowitsch sowie ihre Kollegen Jan Josef Liefers, Jan Fedder und Herbert Knaup sowie die Moderatoren und Entertainer Anne Will, Harald Schmidt, Günther Jauch, Ulrich Wickert, Helge Schneider, Oliver Geißen und Hugo Egon Balder. Abgesagt hatten unter anderem Christiane Hörbiger, Sabine Christiansen, Heino Ferch und Iris Berben wegen ihres Unfalls bei Dreharbeiten in Kenia.

Bundespräsident Köhler würdigte Ex-WDR-Intendant Friedrich Nowottny in seiner Laudatio mit den Worten: "Als Sie mit dem 'Bericht aus Bonn' auf Sendung gingen, da war die Fernsehwelt in Deutschland noch schwarz-weiß beziehungsweise was Politisches anging, gelegentlich ziemlich grau in grau. Bei Ihnen dagegen wurde man den Eindruck nicht los, man hätte schon Farbfernsehen." Der "Bericht aus Bonn" sei rasch zu einem Vorbild "für unaufgeregten, aufgeklärten und aufklärerischen politischen Journalismus" geworden. Nowottny habe komplexe Sachverhalte so verständlich dargestellt und hinterfragt, dass er sich damit bleibende Verdienste um die politische Kultur in unserem Land erworben habe.

Dagmar Manzel konnte sich in ihrer Kategorie gegen Iris Berben und Christiane Hörbiger durchsetzen, die beide nicht bei der Verleihung anwesend waren. Fedder siegte gegen Harald Schrott und Herbert Knaup. Die beste Serie war in den Augen der Jury die ARD-Produktion "Türkisch für Anfänger". Den Preis für die beste Moderation einer Informationssendung heimste Anne Will mit den ARD-"Tagesthemen" ein. Als bester Fernsehfilm konnte sich der ZDF-Zweiteiler "Dresden" gegen "Die Luftbrücke" (Sat.1), "Der Mann im Strom", "Meine verrückte türkische Hochzeit" (ProSieben) und "Die Nachrichten" (ZDF) durchsetzen.

Die beste Unterhaltungssendung war in den Augen der Jury Günther Jauchs WM-Special von "Wer wird Millionär?" mit Promi-Gast Hape Kerkeling. Die gelungenste Sportsendung boten Johannes B. Kerner, Urs Meier und Jürgen Klopp mit ihrer Fußball-WM-Moderation. Als bester Regisseur wurde Matti Geschonneck für "Die Nachrichten" und "Die Silberhochzeit" geehrt.

Carsten Rave/DPA / DPA