Claus Kleber im stern-Interview "Da fand ich mich selber cool"


Claus Kleber, Moderator und Leiter des ZDF-"heute-Journals", hat ein neues Vorbild: den Apple-Computer. Das erzählt der 52-Jährige in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Magazins stern.

"Ich war im Januar in New York in dem neuen großen Apple-Store in SoHo", so Kleber. "Da standen hinter den coolen Bildschirmen Schwarze und Weiße, Junge und Alte, Business-People und HipHop-Boys. Apple hat es geschafft, aus einem Arbeitsgerät etwas zu machen, was alle anzieht. Es geht darum, originell, direkt und einfach gut zu sein. Dann zählen Altersschranken nicht. So was Ähnliches müssen wir beim 'heute-Journal' auch schaffen."

Gerade jüngere Zuschauer fürs "heute-Journal" zu gewinnen, sei "eine Herausforderung", so Kleber im stern. Seine Töchter, 19 und 21, hat er nach eigener Aussage bereits für seine Sendung eingenommen. "Mit der Jüngeren war ich mal beim 'Deutschen Fernsehpreis', als Stefan Raab auf mich zukam und sagte: 'Hey, supertoll, wie ihr das macht!' Er meinte tatsächlich das 'heute-Journal'. Da wuchs ich in ihren Augen um mindestens vier Zentimeter. Und einen Moment lang fand ich mich selber cool."

Ende des Jahres soll das "heute-Journal" in ein neues Nachrichtenstudio umziehen, das sich gerade im Rohbau befindet. "Dann haben wir auch keinen Moderator mehr, der an seinem Schreibtisch festgetackert ist. Ich will mich bewegen können. Außerdem schaffen wir Platz für Computeranimationen und Grafiken neben den Moderatoren." Klebers Co-Moderatorin Gundula Gause soll dem Zuschauer erhalten bleiben: "Keine Grafik kann Gundula ersetzen."

Im Dezember hatte Kleber das Angebot abgelehnt, "Spiegel"-Chefredakteur zu werden. Letztlich habe sein Bauch entschieden. Sein Bewerbungsgespräch beim "Spiegel" beschreibt er im stern-Interview als "konfrontativ": "Wir haben nicht gekuschelt", so Kleber. "Ich hab ihnen gedroht, dass ich ein Chefredakteur wäre, der ihnen dauernd im Nacken sitzt." Nun werde er beim ZDF bleiben: "Nachdem ich so eine Riesenchance abgesagt habe, macht mir wahrscheinlich kein Mensch mehr ein Angebot. Ich habe meiner Truppe gleich nach der Entscheidung gesagt: 'Ihr werdet mich nicht mehr los.'"

print

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker